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Entkommen ist nicht so einfach

Entkommen ist nicht so einfach
Kommissar Andri (Ólafur Darri Ólafsson, l.) im Gespräch mit dem Hafenmeister Sigurður (Þorsteinn Bachmann) als er per Handy neue Information erhält. FOTO: ZDF und Lilja Jónsdóttir for RVK Studios
Spröde Schönheit im Meer: Island ist im Trend mit seiner rauen Natur. Und genau die macht auch einen großen Teil der Spannung der fünfteiligen Krimiserie "Trapped – Gefangen in Island" aus. Denn entkommen ist für Täter und Oper schwierig. Von Ulrike Mooz

Wenn man in einem winterlich verschlafenen Fischernest namens Siglufjörður an der isländischen Küste wohnt, dann ist die Mannschaft der Polizei überschaubar, Verstärkung muss mit einem Flugzeug aus Reykjavík kommen, und das auch nur, wenn gerade mal kein Schneesturm und gute Sicht ist. Polizeichef Andri (Ólafur Darri Ólafsson) und die Kollegen Hinrika (Ilmur Kristjánsdóttir )und Ásgeir (Ingvar E. Sigurðsson) sind also ganz auf sich gestellt, als aus dem Meer ein Leichenteil geborgen wird.

Dass die gerade mit einer Fähre gelandeten Passagiere das Schiff zunächst nicht verlassen dürfen, weil davon ausgegangen wird, dass die Leiche irgendetwas mit der Fähre zu tun hat, freut weder den dänischen Kapitän, noch die Angereisten, die am Ende mehrere Tage in einer Turnhalle wohnen müssen, noch die Bevölkerung, die genauso, wie der vermutete Mörder, vom Schneesturm im Ort festgehalten wird.

Zu allem Überfluss hat Andri auch noch Probleme mit seiner Ex-Frau, die zusammen mit ihrem neuen Lebensgefährten anreist, um seine Töchter zu besuchen. Überhaupt liegt in dem kleinen Fischerdorf Privates und Dienstliches nicht allzu weit auseinander und jeder scheint jeden zu kennen.

Immer wieder gibt es Rückblenden in die Zeit vor sieben Jahren, als bei einem mysteriösen Brand die Schwester von Andris Exfrau Agnes ( Nína Dögg Filippusdóttir) ums Leben kam, ihr damaliger Freund aber überlebte.

Der Radius ist klein, in dem die drei Polizisten agieren und trotzdem hat die Serie viele überraschende Wendungen und bleibt bis zum Schluss spannend.

Obwohl die Serie teilweise im Dunkeln spielt und auch das Tageslicht nicht allzu üppige Farbenpracht offenbart, wirkt die Serie nicht wirklich depressiv. Dass die Synchronisation eher mäßig ist und die Lichtverhältnisse offenbar mit der Realität in Island nicht viel zu tun haben, werden die meisten Zuschauer kaum bemerken, da die Mehrzahl bislang wohl weder Winter-Urlaub in Island gemacht, noch der isländischen Sprache mächtig sein dürfte.

Die fünf Folgen der Serie, in denen immer mal wieder jemand anderes in den Fokus der Ermittlungen gerät, hat das ZDF in den vergangenen Wochen sonntags gezeigt. Die letzte ist am Sonntag gelaufen. In der ZDF-Mediathek gibt es aber noch alle fünf Folgen wahlweise synchronisiert oder für Islandkenner im Original mit Untertiteln.

(StadtSpiegel)