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Brillanter Tollpatsch unter Palmen

Brillanter Tollpatsch unter Palmen
Detective Inspector Humphrey Goodman (Kris Marshall) mag beim Kauf seiner „Yacht“ eher daneben gegriffen zu haben. Geht es aber um das Lösen von Mordfällen, macht ihm keiner was vor. FOTO: ZDF/Denis Guyenon
Auf der fiktiven Karibikinsel Saint Marie könnte es sich ganz wunderbar morden lassen, wenn da nicht Detective Inspector Humphrey Goodman wäre. Ob dessen Ermittlungskünste auch in der fünften Staffel der britischen Krimiserie „Death in Paradise“ von Erfolg gekrönt sind, zeigt ZDFneo ab kommendem Freitag. Von Yvonne Simeonidis

Hört man „klassischer britischer Krimi“, erscheinen sofort grüne Hügel gesprenkelt mit Mäuerchen, Schafen, kleinen Dörfern und malerischen Cottages vor dem inneren Auge. Ermittler ist meist ein gestandener Mann im mittleren bis reifen Alter. „Death in Paradise“ stellt all diese Klischees auf den Kopf und bleibt dem Prinzip britischer Krimi doch treu. Statt der grünen Hügel und Schafe gibt es Strand und Palmen, statt englischem Regenwetter strahlenden Sonnenschein und Karibikflair und mittendrin steckt der junge Detective Inspector Humphrey Goodman (Kris Marshall, „Tatsächlich Liebe, „My Family“).

Auf den ersten Blick mag der blasse Brite nicht besonders kompetent wirken – besticht er doch eher durch seine Tollpatschigkeit. Hinter dem leicht trotteligen Auftreten verbirgt sich allerdings ein brillanter Detective. Doch auch wenn er seinen Job mit Bravour meistert, der Alltag auf der Insel birgt für ihn doch diverse Fallstricke – sehr zur Freude seiner karibischen Kollegen, bei denen er ein ums andere Mal für große Lacher sorgt. Das reicht von seinen etwas unbeholfenen Tanzversuchen, über sein Unvermögen eine Hängematte aufzuhängen, bis zum Kauf einer „Yacht“, deren Seetüchtigkeit man ernsthaft anzweifeln sollte. Gemeinsam bilden sie aber ein eingespieltes Team und lösen auch die kompliziertesten und absurdesten Fälle.

Wer klassische Agatha Christie Krimis mag, wird auch „Death in Paradise“ in sein Herz schließen. Die Fälle sind clever, die Charaktere liebenswert und wenn DI Humphrey Goodman zum Ende einer jeden Folge Verdächtige und Betroffene um sich schart, um ihnen „en detail“ zu erklären, wie sich der Mord abgespielt hat und wer der Täter ist, fühlt man sich ein wenig an Poirot oder Miss Marple erinnert. Die exotische Kulisse tut ihr Übriges, um „Death in Paradise“ zum Hingucker zu machen und die kräftige Prise Humor macht die Serie zum kurzweiligen Vergnügen. Was soll man sagen, Krimis können die Briten halt einfach.

ZDFneo zeigt ab Freitag, 16. September, um 21.45 Uhr die fünfte Staffel von „Death in Paradise“ in Doppelfolgen. Staffel eins bis vier sind auf DVD erhältlich.

(StadtSpiegel)