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Leser-Echo auf „Wo beißen Sie ins Lenkrad ?“ „Hirnlose Ampelschaltung“

Leser-Echo auf „Wo beißen Sie ins Lenkrad ?“ „Hirnlose Ampelschaltung“
Wer im Stau steht, schäumt.
Auf der Limitenstraße drehen Anwohner, Geschäftsleute und Autofahrer am Rad, weil für die Neugestaltung und Sanierung Fahrspuren monatelang verengt werden müssen. Was sagen unsere Leser? Von Klaus Schröder

„Neben vielen anderen Punkten bei Betrachtung der Verkehrsregelung in unserer Stadt, bekomme ich bei zwei speziellen Umständen Pickel, Halsweite 78, hektische Flecken, Schweißausbruch, unkontrollierten Speichelfluss und dann beiße ich ins Lenkrad.

1. Die Manie auf immer mehr Hauptverkehrsstraßen Tempolimits (unter 50 km/h) einzuführen.

2. Die Ampelschaltung.

Zu 1. Befuhr ich vor nicht all zu langer Zeit die Bahnstraße oder die Aachener Straße mit Tempo 50, dann verhielt ich mich gesetzeskonform. Heute wäre ich ein Raser, würde ich doch die aktuell geltende Begrenzung um 66 Prozent überschreiten. Laut Bekunden der Stadtoberen hat die ganztägige Beschränkung auf 30 km/h zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität geführt. Wer hat das gemessen? Und wessen Lebensqualität gilt es zu verbessern? Die der Anwohner? Das wäre schön. Fakt ist aber, dass die Anwohner zu den Zeiten, da die Einschränkungen für den Durchgangsverkehr besonders störend empfunden werden, ohnehin selber zum größten Teil unterwegs sind. Außerdem gilt es als sehr umstritten, ob während des Tages die Reduzierung des Verkehrslärms um 1–2 DbA überhaupt wahrgenommen werden. Man glaubt also die Lebensqualität von vielleicht 3000 Anwohnern gesteigert zu haben, hat aber das Wohlgefühl von 10 000 Pendlern definitiv reduziert.

Mein Vorschlag zur Güte: Geschwindigkeitsbegrenzungen von 20 oder 21 Uhr bis 6 oder 7 Uhr. Das reicht und da merken die Anwohner auch was von. Es sei denn, die Anwohner leben in der Nähe einer Ampel, denn da führen die ständig anfahrenden Fahrzeuge zu größeren Belästigungen. Damit sind wir bei 2., weshalb die oben beschriebenen Symptome leider täglich bei mir auftreten. Jeder, der die Strecke Rheindahlen – Innenstadt und zurück häufiger befährt weiß, was ich meine. Die Ampelschaltung speziell auf dieser Strecke ist ein Witz!!! Teilweise kommt es vor, dass man von der Einmündung der Bahnstr. auf die Aachener Str. bis Kothausen an jeder!!! Ampel steht. Achtmal anfahren – beschleunigen – abbremsen und aufs Neue. Ein Witz zu Zeiten, in denen man wegen Feinstaubbelastung an Fahrverbote denkt, wo fast kein Fernsehmagazin ausgestrahlt wird, in dem nicht das Wort Stickoxyd fällt. Das Schlimmste an dieser Situation ist aus meiner Sicht, dass den Verantwortlichen in der Stadt diese Dinge nur zu bewusst sind. Trotzdem klopfen sie sich regelmäßig selbst oder untereinander auf die Schulter, wie toll es bei uns doch ist.“

Frank Mones

„Für die Baustellensituation habe ich noch ein gewisses Verständnis, da es zwangsläufig ist, dass irgendwann mal etwas erneuert werden muss. Wofür ich aber überhaupt kein Verständnis habe und was mich bei jeder Fahrt durch MG oder Rheydt in den Wahnsinn treibt, sind die unfassbar gehirnlos geschalteten Ampelschaltungen!!! In der ganzen Stadt gibt es gefühlt nirgendwo eine grüne Welle. Man muss an jeder Ampel wegen rot anhalten, selbst auf den zweispurigen Hauptadern funktioniert es nicht, selbst wenn aus der Querstraße nur ein Fahrzeug kommt, müssen zehn auf der Hauptstraße halten, trotz Kontaktschleifen in der Fahrbahn. Ich kenne keine Stadt in Deutschland, wo das so grottenschlecht funktioniert. Wenn der Verkehr fließen würde, kämen viel mehr Autos schneller aus der Stadt. Ein unhaltbarer Zustand, wo wir doch ständig von Feinstaubbelastung, gar Fahrverbote Lärmbelästigung und zu viel Ressourcenverbrauch sprechen.“

Johannes Heffels

(StadtSpiegel)