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Gedeckter Tisch für heimische Vögel

Gedeckter Tisch für heimische Vögel
Kohlmeisen freuen sich im Winter über eine Fett-Körner-Mischung. FOTO: pixabay
Mönchengladbach. Alarm schlagen brauche man noch nicht, wie Wolf Meyer-Ricks vom NABU (Naturschutzbund) meint. Doch trotzdem sollte man jetzt schon an die Wildvögel denken und im heimischen Garten Vogelhäuschen aufstellen, damit sich unsere gefiederten Freunde an die neuen Futterstellen gewöhnen können. Von Sandra Geller

Da mit dem dramatischen Rückgang der Insekten auch die heimische Vogelwelt leider einen Rückgang zu verzeichnen hat, ist es wichtig, gerade in der futterkargen Jahreszeit unseren heimischen Vögeln zu helfen. Allerdings gibt es dabei ein paar Dinge zu beachten. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) gibt Tipps für den Standort des Futterhauses und eine ausgewogene Ernährung.

Vogelhäuschen sollten vor Katzen und anderen „Räubern“ gesichert sein. Als Ständer sind Metall- oder sehr glatt polierte Holzrohre geeignet. Es gibt im Fachhandel auch Katzenabwehrkrägen; diese sind für die Samtpfoten ungefährlich, hindern sie jedoch daran, zum Futterhäuschen zu klettern. Gut geeignete Plätze zum Aufstellen sind beispielsweise Rasenflächen in der Nähe von Hecken oder Hauswänden. „Vogelfreunde sollten zudem darauf achten, die Futterhäuser nicht zu nah an Glasscheiben wie zum Beispiel Fenster von Wintergärten anzubringen, um Anflügen vorzubeugen“, warnt Matthias Mai vom ZZF.

Der Fressplatz muss täglich gereinigt und übrig gebliebenes Futter entfernt werden, damit sich keine Krankheitserreger ausbreiten. Ob Tierfreunde besser ein Vogelhaus oder Futtersilos installieren, hängt neben dem persönlichen Geschmack auch von der Größe der Wildvögel ab. Ein Häuschen mit wenigen Ecken und Kanten hat den Vorteil, dass es gut sauber zu halten ist.

Ist das Haus vorbereitet und befüllt, kann es dennoch passieren, dass die Tiere eine Weile auf sich warten lassen. „Die Vögel müssen ihre Futterstelle kennen lernen, damit sie wissen, wo es Nahrung gibt“, erklärt Matthias Mai. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Vögel dort bis zum Ende des Winters regelmäßig frisches Futter finden.

Damit sich möglichst viele verschiedene Wildvogelarten an den sprichwörtlich „gedeckten Tisch“ setzen können, sollten sowohl Weich- als auch Körnerfresser passende Nahrung erhalten. Bei Weichfressern wie Zaunkönigen, Amseln oder Staren stehen tierische Kost und beispielsweise Beeren auf dem Speiseplan. Dazu gehören Insekten und beispielsweise Rosinen, aber auch Haferflocken. Körnerfresser wie Finken und Sperlinge sind mit einem kräftigen Schnabel ausgestattet und ernähren sich von Sonnenblumenkernen, Hanf und anderen Sämereien. So genannte Allesfresser (Meisen und Spechte) stellt man mit Fett-Körner-Mischungen zufrieden. „Für alle Vogelarten gibt es im Zoofachhandel eine umfangreiche Futter-Auswahl“, so Matthias Mai.

Das Füttern der Vögel unterstützt nicht nur die Artenvielfalt, sondern ist auch ein schönes Naturerlebnis: „Besonders Kindern wird durch das Beobachten der Tiere das Bewusstsein für die Natur vermittelt“, betont Matthias Mai. Wer in seinem Garten viele verschiedene Vögel anlocken möchte, sollte ihn nicht nur mit Futterhäusern sondern auch mit heimischen Hölzern ausstatten. Hecken mit Beeren und alte Bäume mit Astlöchern zum Nisten sind ein Paradies für Vögel.

(Report Anzeigenblatt)