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Borussia löst Darlehen ab

Borussia löst Darlehen ab
Das Darlehen, das die Stadt Borussia Mönchengladbach zum Erbau des Borussia-Parks gewährt hatte, wurde von Seiten des Vereins abgelöst. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat das von der Stadt Mönchengladbach gewährte Darlehen inklusive aufgelaufener Zinsen in der Gesamthöhe von 50,6 Millionen Euro am vergangenen Montag vollständig abgelöst. Von der Redaktion

Der Verein hat damit von einer bereits in den ursprünglich mit der Stadt geschlossen Darlehensverträgen vorhandenen Option zur vorzeitigen Rückführung Gebrauch gemacht.

„Das von Borussia jetzt vollständig zurückgezahlte städtische Darlehen war ein notwendiger und entscheidender Beitrag zum Bau des Stadions und zur Entwicklung des gesamten Nordparks. Es war aber auch eine Initialzündung für die wirtschaftliche und sportliche Entwicklung des Vereins sowie für die positive Entwicklung der Stadt“, betont Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Die Stadt Mönchengladbach hatte Borussia in den Jahren 2002 und 2004 für den Grunderwerb und zum Neubau des Stadions Darlehen in einer Gesamthöhe von 35,8 Millionen Euro gewährt. In den Darlehensverträgen wurden Zinsfestschreibungen von zehn Jahren vereinbart, die jeweils 2012 und 2014 endeten. Diese Vereinbarungen wurden im Jahr 2012 in einem neuen Darlehensvertrag zusammengeführt. Hierbei wurden die seit 2002 aufgelaufenen, gestundeten Zinsen der Darlehenssumme zugeschlagen, die sich somit auf 44,1 Millionen Euro belief. Dieser Vertrag beinhaltete ab dem Jahr 2018 eine annuitätische Darlehensrückführung bis zum Jahr 2036.

Die Umschuldung der Borussia läuft wie folgt ab: 2,6 Millionen Euro fließen aus Eigenmitteln des Klubs ein, 48 Millionen Euro werden über zwei Darlehen von jeweils 24 Millionen Euro mit der Postbank und der Stadtsparkasse Mönchengladbach finanziert. „Bei den noch offenen Verpflichtungen gegenüber der Stadt haben wir uns für eine Neuordnung durch Umschuldung entschieden. Für Borussia bedeutet dies eine Verkürzung der Darlehenslaufzeit und eine Zinsersparnis. Damit ist auf dem Weg zur vollständigen Tilgung der Stadionfinanzierung bereits ein großer Schritt getan“, sagt Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. „Der Stadt Mönchengladbach gebührt unser ausdrücklicher Dank. Nur mit ihrer Unterstützung war der Bau des Borussia-Park für uns realisierbar. Deshalb freut es uns besonders, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber der Stadt nun vorzeitig erfüllt haben, 19 Jahre früher als ursprünglich vereinbart“, so Borussias Präsident Rolf Königs.

Für die Stadt wirkt sich die Umschuldung nicht ganz so positiv aus. „Da wir unsere langfristig festgeschriebene Refinanzierung nicht einfach der aktuell günstigeren Zinssituation anpassen können, wirkt sich die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens rein haushaltsmäßig für uns negativ aus. Aufgrund der langfristigen Rückführungsmodalitäten des Darlehens bis 2036 kann man die vorzeitige Ablösung durch Borussia dennoch begrüßen, da langfristige Darlehen ungeachtet der grundsätzlich sehr soliden und aktuell sehr positiven wirtschaftlichen Situation des Vereins natürlich immer auch ein gewisses Risiko darstellen“, sagt Stadtdirektor und -kämmerer Bernd Kuckels.

(StadtSpiegel)