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„Alle kriegen Tempo 30, nur wir nicht !“

„Alle kriegen Tempo 30, nur wir nicht !“
Wohnen im ruhigen Grüngürtel, das war einmal: Die Anwohner Heppendorf- und Ritterstraße wollen sich wehren. Das Foto zeigt Wolfgang Wirth, Silvia Tegelärs, Rainer Quack, Beate Poullie, Harald Theis und Anita Jungbluth. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Wegen einer Wendeschleife für die Busse am Schloss Rheydt soll die Heppendorfstraße endgültig zur Durchfahrtsstraße werden. Das wollen die verkehrsgeplagten Anwohner nicht hinnehmen. Von Ulrike Mooz

Harald Theis kann schon lange nicht mehr bei geöffnetem Fenster schlafen, und Nachbarin Silvia Tegelärs hört das Fernsehen nicht, wenn das Fenster offen ist. „Als wir hier gebaut haben, hieß es, da käme eine Osttangente zur Entlastung“, sagt Rainer Quack, der seit 38 Jahren an der Ritterstraße mit Garten zur Heppendorfstraße wohnt. Die Giesenkirchener haben sich damals erfolgreich gewehrt. Das Nachsehen hatten die Anwohner der Ritter- und Heppendorfstraße. Dort ist der Verkehr über die Jahre immer schlimmer geworden. Anita Jungbluth hat schon vor 30 Jahren Unterschriften für eine Tempo-30-Zone gesammelt - mit dem Erfolg, dass inzwischen alle Straßen im Quartier Tempo 30 haben, nur die Heppendorfstraße nicht.

Mit den Plänen der Stadt, die Busschleife am Rheydter Schloss auszubauen und gleichzeitig die parallel laufende Schlossstraße zur Einbahnstraße zu machen, sehen die Anwohner jetzt endgültig Schwarz für ihre Wohnqualität. Schon jetzt ist die Heppendorfstraße Lkw-Parkplatz, kostenloser Ausweichparkplatz für Schlossevent-Besucher, Abkürzung für Raser und viel frequentierte Busspur.

„Alle kriegen Tempo 30, nur wir nicht“, sagt Beate Poullie. Die Anwohner fordern, dass die Stadtplanung ihr Vorhaben nochmal überdenkt und vielleicht auch bei ihnen mal Geld für Verkehrsberuhigung mit Bodenschwellen und Blumenkübeln locker macht.

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(Report Anzeigenblatt)