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Sprachlose Borussen

Sprachlose Borussen
Havard Nordtveit leitete mit seinem Fehler das 0:1 ein, und brachte am Ende im ungewollten Doppelpass mit Martin Hinteregger den Ball auch fast selber im eigenen Tor unter. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Ungläubige Gesichter bei Borussia Mönchengladbach. Trotz eines teilweise überragend geführten Auswärtsspiels beim FC Schalke 04, stand der VfL am Ende mit leeren Händen da. Während Schalke aus dem Nichts zwei Tore machte, haderte man bei Borussia mit der Chancenverwertung. Von David Friederichs

„Was soll man dazu sagen, mir fehlen die Worte.“ Granit Xhaka brachte es nach dem Spiel beim FC Schalke auf den Punkt. Denn erklären konnte man die Niederlage beim Tabellennachbarn nicht. Selten war die Borussia in einem Auswärtsspiel so dominant aufgetreten, ließ dem Gastgeber eigentlich kaum eine Chance und stand am Ende doch mit leeren Händen da. „So ein Spiel darf man normalerweise nie verlieren.“, befand auch Yann Sommer, der im ganzen Spiel eigentlich kaum geprüft wurde, dennoch zwei Mal hinter sich greifen musste. In der zweiten Hälfte musste Sommer nicht einen Ball halten und war trotzdem bei beiden Gegentoren machtlos. Beim ersten Tor, der Slapstick-Einlage von Havard Nordtveit und Martin Hinteregger, blieb ihm nur die Rolle des Staunenden, beim zweiten Gegentreffer half auch größtes Recken und Strecken nichts, nachdem Granit Xhaka den Torschuss von Leon Goretzka abgefälscht hatte und der Ball vom Innenpfosten ins Tor rollte.

Wenn es etwas gab, was man der Mannschaft von André Schubert vorwerfen musste, dann war es die mangelnde Chancenverwertung. Schon in Halbzeit eins raufte sich Schubert die nicht vorhandenen Haare, in der zweiten Hälfte wurde die Ungläubigkeit im Gesicht immer größer. Dennoch konnte er seiner Mannschaft kaum einen Vorwurf machen. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, haben Schalke phasenweise schwindelig und tollen Angriffsfußball gespielt“, so Schubert nach dem Spiel.

Die Gastgeber konnten sich sowohl beim Unvermögen der Borussia, als auch bei ihrem Torhüter Ralf Fährmann bedanken, der gute Möglichkeiten der Borussia gleich mehrfach zunichte machte. „Ich glaube, ich habe heute ein ganz gutes Spiel gemacht.“, stellte Fährmann seine eigene Leistung ein wenig unter den Scheffel.

Am Ende aber blieb Freude bei den Schalkern und großer Frust bei der Borussia, die es damit erneut verpasste, einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten und wichtige Punkte liegen ließ.

(Report Anzeigenblatt)