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„Hubät, Du wötts doch kenne Pastuer!“

„Hubät, Du wötts doch kenne Pastuer!“
Der Wickrather Hubert Jansen als Abt Bonifatius Jansen in Brasilien.
Der am 18. März 1879 in Wickrath geborene Hubert Jansen wirkte einen Großteil seines Lebens als Abt Bonifatius im Kloster Sao Bento in Olinda/ Brasilien. Irmgard Granderath aus Beckrath erinnerte beim jüngsten Treffen des Wickrather Geschichtskreises am 20. Juli in einem Vortrag an ihren vor 51 Jahren verstorbenen Großonkel. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

. „Hubät, du wötts doch kenne Pastuer, dat es nix vörr kleen Lüüt“, habe seine Mutter ihrem Hubert gesagt, als er den Wunsch zu studieren geäußert hatte, sagt Irmgard Granderath schmunzelnd. Als Sohn eines wenig begüterten Wickrather Landwirts schien das berufliche Leben von Janses Hubät, wie er in Wickrath genannt wurde, vorbestimmt zu sein, doch Hubert setzte alles daran, seiner inneren Berufung ins Priestertum zu folgen.

Nach der Höheren Schule in Rheindahlen trat er als gerade mal 17-Jähriger in den Benediktinerorden in Seckau/ Österreich ein. Der Orden schickte ihn 1897 nach Olinda in Brasilien, wo er als Novize den Ordensnamen Bonifatius erhielt. 1899 legte er in Olinda sein Ordensgelübde ab; 1904 wurde er in Fortaleza zum Priester geweiht und fünf Jahre später Prior des Klosters Santa Cruz. Von 1909 bis 1933 stand Bonifatius dem Kloster Sao Bento in Olinda als Prior vor, ab dieser Zeit bis zu seinem Tod am 14. März 1964 als Abt.

Zu seinem silbernen Abtsjubiläum bekam Abt Bonifatius das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen; nach seinem Tod wurde in Olinda die Straße „R. Dom Bonifácio Jansen“ nach dem großen Wickrather benannt.

(StadtSpiegel)