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Viel mehr als „Bauklötze“

Viel mehr als „Bauklötze“
Philipp (l.) und Jan führen ihren ersten selbstprogrammierten Lego-Roboter vor, an dem sie im Rahmen des Informatikunterrichts gearbeitet haben. FOTO: Andreas Baum
Im Franz-Meyers-Gymnasium wird am 30. März das Mönchengladbacher „Lego Education Innovation Studio“ eröffnet, das Schülerinnen und Schüler spielerisch für Naturwissenschaften begeistern soll. Von der Redaktion

„Da möchte man doch am liebsten selbst wieder zum Informatik- oder Physikunterricht gehen“, sagt Susanne Feldges, Vorsitzende der MGconnect Stiftung, lachend, während sie den beiden Schülern Philipp und Jan gespannt bei der Vorführung ihres selbst programmierten Lego-Roboters zusieht. Drei Monate haben die beiden Elftklässler des Franz-Meyers-Gymnasium mit Hilfe von vier Anleitungen an ihm getüftelt. Nun piepst und blinkt es, als sich der Greifarm des Roboters erst auf den Weg zu dem grünen und dann zum roten Propeller macht – ganz so, wie es die beiden Jungen zuvor programmiert haben.

Noch weist im Raum 253 der Schule nicht viel darauf hin, dass dort bald noch viel mehr Schüler bauen, experimentieren und forschen dürfen. Die bunten Lego-Stoffwände im Raum, die in Kooperation mit Lego- Dänemark durch echte Steine an den Wänden ersetzt werden sollen, geben allerdings schon erste Hinweise auf das, was am 30. März hier eröffnet werden soll: das erste und einzige „Lego Education Innovation Studio“ (LEIS) im Rheinland.

So zukunftsweisend, wie schon der Name des Studios klingt, ist auch das von Pädagogen entwickelte Lernkonzept, das dahinter steckt. Denn mit den einfachen Legosteinen, die wohl fast jeder aus seiner Kindheit kennt, sind die vielen kleinen Lego-Materialien, mechanischen Bauteile und IT-Materialien des Studios nicht mehr zu vergleichen. Zusammen mit PCs, Präsentationsmedien und exklusiv entwickeltem Unterrichtsmaterial können abstrakte Prozesse greifbar und Naturwissenschaften erlebbar gemacht werden.

Auch Philipp und Jan sind froh, dass sie, wenn nun etwa das Thema Geschwindigkeit auf dem Lehrplan steht, Autos bauen und selbst herausfinden können, welches das schnellste ist. „Die Schüler lernen quasi ohne, dass sie es mitbekommen“, scherzt Lehrerin Alexandra Oellers. „Die spielerische Programmiersprache der Lego-Materialien ist im Prinzip die gleiche Sprache, die auch in der Industrie verwendet wird. Das Studio soll erste Berührungsmöglichkeiten schaffen. Das passt zur Digitalisierungsstrategie der Stadt“, so Susanne Feldges. Von der Einrichtung eines Lego-Studios in der Schule war auch die Elternschaft begeistert, welche die Idee überhaupt aufgebracht hatte.

Schwieriger wurde es jedoch mit der Finanzierung des Vorhabens. Fast drei Jahre der Vorbereitung und Planung habe es gebraucht, bis die 50 000 Euro mit Hilfe der MGconnect- Stiftung aufgebracht waren, berichtet Schulleier Achim Bruder. Gefördert wird das Projekt nun zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Damit der Antrag auf eine Förderung überhaupt bewilligt werden konnte, musste zunächst die andere Hälfte des Betrages in Höhe von 25 000 Euro in Form von Spenden gesammelt werden. Für die Verantwortlichen entstand so ein Rennen gegen die Zeit, das dank großem Durchhaltevermögen aller Beteiligten und der größten Einzelspende von 7 000 Euro durch die Schaffrath Stiftung für Soziales zu einem erfolgreichen Ende kam.

(StadtSpiegel)