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Manna hat den Blues

Manna hat den Blues
Zu Beginn von amerikanischen Blues und Rockmusikern beeinflusst, entwickelte Manna Meurer seinen ganz eigenen Stil und ist weit über Mönchengladbachs Musikszene hinaus bekannt. FOTO: Sylvia Bradtmöller
Wer die Mönchengladbacher Musikszene kennt, stößt unweigerlich auf den Namen Manna Meurer, derzeit als virtuoser Gitarrist in den Mönchengladbacher Bands „Plattsatt“ und „Hier geht was“ aktiv. Zeit für Stadtteil-Reporterin Sylvia Bradtmöller, den Mann, der nach Aussage eines Band-Kollegen „den Blues auf den Giesenkirchener Baumwollfeldern gelernt hat“, zu besuchen. Von Sylvia Bradtmöller

Sie heißen eigentlich Manfred, aber jeder kennt sie nur unter dem Namen Manna – wie kommt´s?

In der Grundschule mussten wir noch zur Schulmesse, aber die Hostie fand ich nicht sooo lecker. Ich hatte einmal hinterher noch ein Stückchen im Mund, hab das den Mitschülern gezeigt, worauf einer meinte – Oh, Manna, Himmelsbrot! – ab da hatte ich den Namen weg.

Wie sind die Gitarre und Sie zusammen gekommen?

Mit neun Jahren habe ich im Jugendtreff der Marienkirche Rheydt beim Gruppenleiter erste Griffe gelernt, durfte einmal pro Woche auf der heimeigenen Gitarre üben. Nach einigen Monaten wurden meine Eltern überzeugt, dass der Junge Talent hat – dann gab´s das erste eigene Instrument zu Weihnachten – die ein oder anderer Gitarre ist aus Begeisterung noch dazu gekommen. Zum Üben musst man mich nicht anhalten, ich wollte selbst. Um Sachen aus dem Radio zu spielen, hab ich mein gutes Gehör genutzt, mir Akkorde dazu gesucht und nach und nach meinen eigenen Stil entwickelt.

Erinnern sie sich an ihre erste eigene Schallplatte?

Oh, das war ein Geschenk – „Deep Purple“ - „Fireball“, meine Zweite war von „Ten Years After“. Mein älterer Bruder Achim hatte viele Platten, ging zu Clubs und Konzerten in der Stadt. Er musste oft auf mich aufpassen und hat mich zu meiner Begeisterung notgedrungen mitgenommen.

Wie fanden ihre Eltern denn das Musikmachen?

Die waren sehr skeptisch – meine Anfänge waren ja zu Jimi-Hendrix-Zeiten, die Musik hat denen gar nicht gefallen. Mutter hat auch mal die Sicherung rausgemacht, damit ich zum Essen kam. Sie haben mich trotzdem immer unterstützt. Als ich dann das erste Mal im Radio, TV oder der Zeitung auftauchte, da waren sie doch richtig stolz.

Wann ging es richtig los mit Musik machen?

Mit etwa 13 hab ich mit Klassenkameraden eine Band gegründet, noch mit einem Röhrenradio als Verstärker – es wurde im Kaninchenstall geprobt. Bis heute hab ich meist in mehreren Bands gespielt wie bei „Tabula Rasa“ und der „Wells Fargo Band“, oder hab als Tontechniker und Roady Künstler bei Touren begleitet. Daher kenne ich viele Leute und werde gerne als Gastmusiker angefragt oder habe andere Musiker bei ganz unterschiedlichen Studioaufnahmen unterstützt. Bei vielen Platten, beispielsweise „Lila Lindwurm“, bin ich dann „heimlich“ dabei.

Jetzt sind sie in zwei Mönchengladbacher Bands aktiv..?

Ja, mit „Plattsatt“ ist im Moment krankheitsbedingt etwas Pause, aber mit „Hier geht was“ gibt’s Niederrhein-Blues! Unsere zweite CD ist gerade fertig geworden und beim Kulturmarkt am 1. Juli sind wir ab 19 Uhr auf der großen Außenbühne im Park am Stadttheater Mönchengladbach zu hören und zu sehen – da freuen wir uns sehr drauf!

(StadtSpiegel)