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Er fiel im frühen Morgenrot...

Baumfälllungen in Giesenkirchen werden immer kritischer beobachtet Von Iris Kisters

. Die Baumfällliste der Mags ( Mönchengladbacher Abfall- Grün- uns Straßenbetriebe AöR), der Tochtergesellschaft der Stadt, nennt die Straßen und Grünflächen in Mönchengladbach, wo Baumfällungen durchgeführt werden. Mit Rücksichtnahme a

uf die Vogelwelt geschieht dies im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober und 28. Februar. In diesem Jahr waren Fällungen von 812 Bäumen geplant und eine Begründung für jeden einzelnen Baum in der Baumfällliste auf der Webseite der Mags aufgeführt und ersichtlich. Die Bäume, die am Alten Friedhof in Giesenkirchen gefällt wurden, sind jedoch in dieser Liste nicht aufgeführt. Laut Aussage eines Passanten, der dort mit seinem Hund Gassi geht, seien diese Bäume durch ein privates Unternehmen im Auftrag der Stadt gefällt worden. Man könne aber auch erkennen, dass dies nicht unbegründet war, denn die Bäume seien nicht mehr gesund gewesen, sagt er.

Die Sensibilität für frisch gefällte Baumstümpfe nimmt zu und kritische Blicke sehen sich das Abholzungsergebnis genauer an. Und das ist gut so.

Bäume produzieren den Sauerstoff den wir atmen, nehmen Kohlendioxid auf, sorgen für saubere Luf. Sie spenden Schatten, bieten Lebensraum, Nahrung und Schutz für Vögel und Kleintiere. Der Wald, „ein wahrer Supermarkt, in dem wir alles finden, was wir zum Leben brauchen“, sagt ein Häuptling aus Papua-Neuguinea, ein Botschafter des Baumes, der in die Welt reist und gegen die Abholzung kämpft. Durch Klimawandel und Umweltschäden sei es fraglich, ob je wieder so große Bäume werden wachsen können, wie sie derzeit dort gefällt werden.

In einer Pressemitteilung der Fraktion Bündnis 90/die Grünen Mönchengladbach vom Februar 2017 wird das Thema „Baumfällungen“ kritisch betrachtet und „die derzeitige radikale Vorgehensweise nicht ohne Weiteres hingenommen“. Wenn Ausführende von Gehölzpflege sprechen, empfinden besorgte Bürgerinnen und Bürger das Ganze als Kahlschlag. Natürlich sei es richtig, dass kranke Bäume gefällt werden, gerade an Straßen und Plätzen wo sich viele Menschen aufhalten. Auch Ausdünnungen könnten Sinn machen. Aber auffallend sei die Radikalität mit der abgeholzt würde. Eine vorschnelle Fällung sei zu beobachten. Allein Im Bungtwald seien es mit der Begründung „Pilzbefall“ über 600 Bäume gewesen und die Notwendigkeit dieser hohen Anzahl wird bezweifelt.

Die Verbesserung von Luft und Klima tut Not, ist langwierig und nicht umsonst. Auf die Frage an die Verwaltung nach Ersatzpflanzungen würde man erfahren, dass nicht ausreichend Geld vorhanden sei, so der Giesenkirchener Grünen-Politiker Hajo Siemes. Und außerdem solle alles irgendwie „sauberer aussehen“. Die Vermutung von Hajo Siemes: „Wenn weniger Grün vorhanden ist oder es radikal herunter geschnitten wird, muss man nicht so oft hinfahren um angemessen einzuschneiden und zu kürzen.“ Personal könne so eingespart und die Kosten minimiert werden. „Das ist sicher der falsche Weg“, so Umweltschützer Siemes.

Sträucher und Hecken verschwinden, damit es sauberer aussieht? Mussten sie bisher nicht oft genug herhalten um Plastikmüll, Flaschen und Papiertaschentücher in ihrem Grün verschwinden zu lassen?

Die drittgrünste Stadt Deutschlands ist übrigens Essen, ehemals durch Kohle und Stahlindustrie vor Staub und Schmutz nur noch schemenhaft zu erkennen.Wär hätte das gedacht..?

(StadtSpiegel)