| 14.11 Uhr

Gehen mit der Zeit

Gehen mit der Zeit
Noch ist es nicht ganz fertig, aber ab November können Urnen auch auf dem Bettrather Friedhof ins Kolumbarium. FOTO: Isabell Wyes
Seit vielen Jahren merken die Friedhöfe einen Wandel der Bestattungskultur. Diesem Umstand möchte auch der Friedhof in Bettrath gerecht werden. Von Isabelll Wyes

Ab November steht hier für Urnenbestattungen ein Kolumbarium zur Verfügung. Immer seltener werden Verstorbene in Särgen beigesetzt, Urnen sind auf dem Vormarsch. Einer der Gründe ist sicherlich auch der Zeit- und Pflegeaufwand, den eine große Grabstätte mit sich bringt. Immerhin gibt es eine Ruhefrist von 25 Jahren und viele haben keine Angehörigen, die die Grabpflege für diese lange Zeit leisten können oder wollen. Ferner möchten viele ihren Angehörigen diese Last nicht aufbürden und schauen nach Alternativen. Der Trend geht auch deshalb zu Bestattungen in pflegeleichten Kolumbarien und Grabeskirchen. Pfarrer Heinz-Josef Biste beobachtet diese Entwicklung und gibt zu bedenken: "Ich glaube, dass Grabeskirchen immer mehr gewählt werden, aber dabei geht manchmal die räumliche Nähe verloren. Wir finden es gut, dass wir uns Nahestehende vor Ort beerdigen können. Dass die Toten unter uns bleiben und nicht irgendwo. Unsere Riten beizubehalten, ist nur möglich, wenn wir ortsnah bleiben." Deshalb gibt es nun auch auf dem Bettrather Friedhof am Bockersend eine Urnenwand mit insgesamt 24 reihenweise übereinander angebrachten Grabkammern für jeweils bis zu zwei Urnen. "Dadurch haben wir die Möglichkeiten der Urnenbestattung um eine sehr würdige Beisetzungsart in Bettrath erweitert. Das ist auch aus Platzgründen sinnvoll", erklärt Biste. Von einigen Bettrathern wurde dieses Angebot, dass es in Neuwerk schon seit einigen Jahren gibt und gerne angenommen wird, lange herbeigesehnt. Die Einsegnung des Kolumbariums soll an Allerheiligen geschehen, wenn Pfarrer Heinrich Wieland nach dem Gottesdienst auf den Friedhof führt und auch die anderen Gräber segnet. Ab dem 2. November ist das Kolumbarium dann für Bestattungen freigegeben. "Wir haben uns vorgenommen, keinen in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir pflegen bei uns eine Erinnerungskultur", so Biste. Das wird auch daran deutlich, dass anonyme Bestattungen auf den beiden zur Pfarrei gehörenden Friedhöfen nicht möglich sind. Für Blumenschmuck ist der Platz bei einer Bestattung im Kolumbarium zwar begrenzt, aber es gibt für Schnittblumen vorgesehene Gefäße und Kränze dürfen nach der Beisetzung für eine Woche neben der Urnenwand liegen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Friedhofsverwaltung Bettrath oder bei den örtlichen Bestattern.

(StadtSpiegel)