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Flüchtlinge sind willkommen

Neuwerk. Am Montagabend gegen 18 Uhr hatten sich viele Neuwerker Bürger vor der Krahnendonkhalle eingefunden, um die angekündigten etwa 200 Flüchtlinge willkommen zu heißen. Doch daraus wurde leider nichts. Von Gerald Seidel

Ausgestattet mit Luftballons, Süßigkeiten, Kuscheltieren und Willkommenstransparenten harrten sie aus, um deutlich zu machen, wie wichtig es ihnen ist, Hilfsbereitschaft zu demonstrieren. Gegen 18.45 Uhr kam jedoch die Nachricht von der Bezirksregierung Düsseldorf, dass die angekündigten Flüchtlinge an diesem Montag nicht eintreffen würden. Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer teilte dies den Wartenden mit und drückte sein Bedauern aus, dass die vielen Menschen nun vergeblich gewartet hatten.

Dabei war alles vorbereitet: Die Mitglieder der Feuerwehr Mönchengladbach sorgten dafür, dass genügend Schlafplätze in der Halle aufgebaut wurden. In den Eingangsbereich kamen Tische und Stühle. Das DRK-Team war vorbereitet auf die Registrierung und ärztliche Erstversorgung der Flüchtlinge. Till Hüttenberger, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Neuwerk, stand mit 25 Ehrenamtlern von der ökumenischen Flüchtlingshilfe Neuwerk bereit.

Die Krahnendonkhalle soll für drei Tage für die Unterbringung der Flüchtlinge dienen. Auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmbades neben der Halle wird in der Zwischenzeit ein beheizbares Zelt aufgebaut, welches etwa fünf Wochen Heimat der Flüchtlinge sein wird. Die Sanitäranlagen und Duschmöglichkeiten der Krahnendonkhalle können in dieser Zeit genutzt werden. Die Verpflegung mit Essen und Trinken übernimmt an den ersten drei Tagen das Rote Kreuz. Danach übernimmt die Sozialholding der Stadt diese Aufgabe.

Unter den Wartenden befand sich, neben Mitgliedern der Bezirksvertretung, auch die Sozialdezernentin der Stadt Mönchengladbach, Dörte Schall, die sich zutiefst beeindruckt zeigte von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und der großen Zahl von ehrenamtlichen Helfern, ohne die, diese Aufgabe nicht zu bewältigen wäre. Wann die erwarteten Flüchtlinge in Neuwerk eintreffen, war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Doch Neuwerk ist gerüstet. Till Hüttenberger: „Mit Hilfe meiner vielen Mitstreiter der ökumenischen Flüchtlingshilfe Neuwerk stellen wir uns dieser Herausforderung. Die Spendenbereitschaft der Neuwerker ist vorbildlich.“ Die Kleiderkammer, die in der Klosterkirche eingerichtet wurde, ist gut gefüllt. „Die Kleidungsstücke wurden sortiert, gereinigt und stehen den Flüchtlingen zur Verfügung“, so MdL Norbert Post. Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer wies darauf hin, dass die gute Beziehung zum Krankenhaus Neuwerk bei der ärztlichen Versorgung der Menschen überaus wichtig und hilfreich ist. Arbeiten doch in der angeschlossenen Kinderklinik zwei Ärzte, die aus Syrien stammen.

Die Flüchtlinge sind willkommen und viele Bürger aus Neuwerk und Umgebung zeigen eindrucksvoll, dass sie helfen wollen!

(StadtSpiegel)