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Von Butterbroten und Morden

Von Butterbroten und Morden
Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel), Bärbel Schmied (Meike Droste) und Sophie Haas (Caroline Peters) ermitteln im Eifel-Dorf Hengasch. FOTO: ARD
„Mord mit Aussicht“ ist eine humoristische Krimiserie, herrlich provinziell und gleichzeitig erfrischend – von der ersten bis zur letzten Folge sehenswert! Von Simone Krakau

Die Kühe muhen, die Kirchenglocken läuten und Mittagessen gibt es pünktlich um zwölf – im fiktiven Eifel-Dorf Hengasch sagt man sich noch die Tageszeit und klappt abends die Bürgersteige hoch. Die Großstädterin und Kriminaloberkommissarin Sophie Haas (Caroline Peters) landet widerwillig in dem Provinznest, war sie sich doch eigentlich sicher, zur Leiterin des Kölner Morddezernats befördert zu werden. Von nun an ist die toughe Sophie Chefin der Hengascher Polizeiwache und muss sich erst einmal an ihre beiden Kollegen gewöhnen.

Der gutmütige Dorfpolizist Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) ist einer von der gemütlichen Sorte. Solange er auf der Wache in Ruhe seine Butterbrote essen kann, ist die Welt für ihn in Ordnung – Hauptsache ist, dass sich bitteschön möglichst wenig ändert. Die ein wenig naive Kollegin Bärbel Schmied (Meike Droste) ist die gute Seele des Reviers. Während die Wache für Dietmar und Bärbel sozusagen als eine Art verlängertes Wohnzimmer fungiert, möchte Sophie lieber Morde aufdecken. So beginnt sie in einem jahrzehntelangen ungeklärten Vermisstenfall ihres Vorgängers Hans Zielonka (Michael Hanemann) zu ermitteln und deckt diesen auf. So langsam kommt die Geschichte ins Rollen und in Hengasch scheint doch mehr gemordet zu werden, als zuvor gedacht. So geht Sophie mit ihren Kollegen drei Staffeln lang (auf eine 4. Staffel wird sehnsüchtig gewartet) in herrlich skurriler Dorfatmosphäre auf Verbrecherjagd und klärt die Fälle mit ihrer frechen und kühlen Taktik auf – natürlich in Stöckelschuhen und Knarre in der Handtasche, anstatt im Holster.

„Mord mit Aussicht” ist ein leichter Krimi mit einer riesigen Portion Humor. Es sind nicht die Storys rund um die Morde, die mich so begeistern – viel mehr sind es die brillanten Charaktere, die die Serie für mich zu einem absoluten Hit machen. Neben Bjarne Mädel als Dietmar, der für mich sowieso alles kann, begeistert auch Petra Kleinert in der Rolle der Ehefrau Heike. Sie ist neugierig, irgendwie nervig und weiß alles über jeden in Hengasch – und das auf eine sehr unterhaltsame Art. „Mord mit Aussicht“ ist schrecklich provinziell und gleichzeitig unglaublich erfrischend. Auch wenn mich persönlich keine zehn Kühe in ein Dorf wie Hengasch bekommen würden, vermisse ich Dietmar, Sophie und Co jetzt schon. Ganz klar, dass ich mir die Serie noch einmal anschauen werde!

Alle drei Staffeln kann man bei Amazon Prime Video und bei Netflix streamen; den Film zur Serie, „Ein Mord mit Aussicht“, ebenfalls.

(StadtSpiegel)