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Sense 8: Im Geiste vereint

Sense  8: Im Geiste vereint
Getrennt und doch gemeinsam: die acht Protagonisten von „Sense8“ teilen Gedanken, Gefühle und Erlebnisse miteinander, obwohl sie in ganz unterschiedlichen Teilen des Planeten leben. FOTO: Murray Close / Netflix
Vor 18 Jahren stellten die Wachowski Geschwister mit Matrix die Filmwelt auf den Kopf, vor zwei Jahren landeten sie für Netflix mit „Sense8“ einen Seriencoup, dessen zweite Staffel ab 5. Mai über den Streamingservice verfügbar sein wird. Von Yvonne Simeonidis

Acht Fremde, quer über den Globus verteilt von Berlin über Mumbai, London, Mexico-City, Chicago, Seoul, Nairobi und San Francisco haben plötzlich alle eine Vision einer blonden Frau. Fortan teilen die acht auf mysteriöse Weise Gedanken, Gefühle und Erlebnisse miteinander. Auf der Suche nach den Gründen für ihre plötzliche „Verbundenheit, werden sie von einer Organisation gejagt, die die Fähigkeiten der „Sensates“ als Bedrohung empfindet.

Die Figuren könnten unterschiedlicher nicht sein: da wäre die junge isländische DJane Riley (Tuppence Middleton), Polizist Will (Brian J. Smith), Action-Star Lito (Miguel Ángel Silvestre), der Kleinkriminelle Wolfgang (Max Riemelt), die Industriemagnaten-Tochter Sun (Doona Bae), die Hackerin Nomi (Jamie Clayton), die junge Inderin Kala (Tina Desai) und der nigerianische Busfahrer Capheus (Aml Ameen, Toby Onwumere). Auch wenn die Bedrohung durch die vom geheimnisvollen Mr Whispers (Terrence Mann) geführte Organisation den roten Faden der Serie webt, sind es die zwischenmenschlichen Themen, die persönlichen Probleme und Kämpfe der acht „Sensates“, das Akzeptieren des Anderen, Menschlichkeit, Identität und Verbundenheit, die „Sense8“ Leben einhauchen und die Serie zu etwas ganz Besonderem machen.

Mit „Sense8“ haben sich die Wachowski-Geschwister erstmals an eine Serie gewagt und gleichzeitig eines der ambitioniertesten Projekte geschaffen, die Netflix jemals angegangen ist. Denn hier gibt es keinen „Green Screen“, keine technische Trickserei, um die Figuren im einen Moment in einem Park San Franciscos auftauchen zu lassen, im nächsten in einem Nachclub in London oder über den Dächern von Mumbai. Alles wurde an Originalschauplätzen gedreht. Crew und Schauspieler reisten um den gesamten Globus, um „Sense 8“ mit beeindruckenden Bildern lebendig werden zu lassen. So entstehen die stärksten Momente der Serie: wenn Riley, Lito, Sun und Co. eigentlich an unterschiedlichen Enden des Planeten und doch gemeinsam Glück, Trauer, Lust und Angst miteinander teilen.

Nächste Woche, am 5. Mai, erscheint die zweite Staffel bei Netflix. Neben Staffel 1 gibt es außerdem ein Weihnachts-Special, das ebenfalls über Netflix verfügbar ist.

(StadtSpiegel)