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Milkshakes mit einem Schuss Mord

Milkshakes mit einem Schuss Mord
In Pop’s Diner scheint die Zeit stillzustehen. Archies (K.J. Apa, r.) Erkennungszeichen ist auch in der Serie „Riverdale“ der typische Rotschopf. Jugheads (Cole Sprouse) Krone wurde in der Serie zur gezackten Mütze. FOTO: 2016 The CW Network, LLC./Diyah Pera
Hinter der 50er Jahre Fassade des beschaulichen Örtchens Riverdale lauern düstere Geheimnisse. Überschattet vom Mord an Teenager Jason Blossom beginnt für die Clique um Archie Andrews ein neues Schuljahr, in dem die Ankunft der „Neuen“, Veronica Lodge, noch für den geringsten Wirbel sorgt. Von Yvonne Simeonidis

Basierend auf den Archie Comics, die seit den 1940er Jahren veröffentlicht werden, startete Anfang des Jahres die Serie Riverdale in den USA. Gerade ist, hierzulande mit Netflix als exklusivem Partner, die zweite Staffel um die mysteriös-blutigen Ereignisse in der amerikanischen Kleinstadt gestartet. Archie Andrews (K.J. Apa, „Bailey – ein Freund fürs Leben“), seine Sandkastenfreundin Betty Cooper (Lili Reinhart, „Surviving Jack“), die seit Jahren in ihn verschossen ist, Kumpel Jughead Jones (Cole Sprouse, „Hotel Zack und Cody“), Jasons ZwillingsschwesterCheryl (Madeleine Petsch) und die mysteriöse Neue an der Schule, Veronica Lodge (Camila Mendes), stehen im Mittelpunkt.

„Riverdale“ aufgrund seiner Hauptdarsteller allerdings auf das Prädikat „Teenie-Serie“ zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Neben dem erwachsenen Cast um Luke Perry (Archies Vater), Mädchen Amick (Bettys Mutter) und Marisol Nichols (Veronicas Mutter), der seine ganz eigenen Leichen im Keller hat, bietet „Riverdale“ eine ordentliche Portion Mystery. Von seiner Optik erinnert es an Twin Peaks. Gerne wabert Nebel durch die Straßen der Kleinstadt. Kulissen wie Pop’s Diner, wo die Kids ihre Milk-shakes schlürfen und das Krankenhaus der Stadt, in dem die Schwestern noch mit gestärkten Häubchen herumlaufen, erinnern eher an die 50er Jahre. Auch die Outfits der Clique – vor allem der Mädels – versprühen den Charme der Rockabilly-Ära. All dies steht im krassen Gegensatz zur modernen Welt, in der „Riverdale“ ganz klar angesiedelt ist.

Der Erzähler der Show, die Stimme aus dem Off, Jughead, hält alle Ereignisse mit seinem Laptop fest. Dessen Art zu erzählen, zaubert bisweilen ein Schmunzeln aufs Gesicht des Zuschauers, denn alles in „Riverdale“ ist immer ÜBER-dramatisch.

Das Geheimnis um den Mord an Jason Blossom, Erbe des Riverdale Ahornsirup-Imperiums – ich weiß, klingt Gaga, aber lassen Sie sich drauf ein – hält die ganze erste Staffel über in Atem. Doch die Suche nach Jasons Mörder ist bei weitem nicht der einzige Handlungsstrang. Sexy wird es, wenn sich zwischen Archie, Betty und Veronica das unvermeidliche Liebesdreieck entwickelt und noch mehr Geheimnisse verbergen Bettys Eltern, wenn es um den Verbleib von Bettys Schwester geht.

Der amerikanische Sender CW ist mit „Riverdale“ auf dem besten Weg die Lücke zu füllen, die das Ende der Mysteryserie „The Vampire Diaries“ gerissen hat. Die erste Staffel von „Riverdale“ und wöchentlich immer eine neue Folge der zweiten Staffel sind exklusiv über Netflix streambar.

(StadtSpiegel)