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Masel tov liebe Mrs. Maisel!

Masel tov liebe Mrs. Maisel!
„Wir haben den Rabbi gekriegt!“ – Midges (Rachael Brosnahan) Pläne für die Jom Kippur-Feierlichkeiten sind perfekt – inklusive koscherem Lammfilet. FOTO: 2017 Amazon.com
Amy Sherman-Palladinos neuer Serienstreich „The Marvelous Mrs. Maisel“ entführt uns ins New York der 1950er Jahre. Vor wenigen Wochen wurde die Amazon Prime Serie bei den Golden Globes mit zwei Auszeichnungen bedacht. Von Yvonne Simeonidis

An der New Yorker Upper West Side läuft das Leben von Miriam „Midge“ Maisel (Rachel Brosnahan) in perfekten Bahnen. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einem eleganten Apartment, wo ihr Tag davon bestimmt ist, die perfekte Ehe- und Hausfrau für Ehemann Joel (Michael Zegen) zu sein. Sie wirbelt von früh bis spät von einer Aufgabe zur nächsten und sitzt spätabends noch im Comedyclub, wo sie ihrem Mann mit viel Charme und Durchsetzungsvermögen Auftritte verschafft.

Als dieses Bilderbuchleben eines Tages komplett aus den Fugen gerät, findet sich Midge Maisel auf der Bühne eines Comedyclubs wieder und gibt – unfreiwillig – die Show ihres Lebens. Plötzlich eröffnet sich der braven Hausfrau, die täglich vor ihrem Mann aus dem Bett hüpft, um Haar und Make Up zu richten, so dass sie bei seinem Erwachen die perfekte Frau mimen kann, ein ganz neuer Lebensweg.

Ist man als moderne Frau in der ersten Folge noch entrüstet, wie sehr sich Midge ihrem Mann unterordnet und nur für sein Wohlergehen lebt, jubelt man ihr später dabei zu, wie sie sich in der arg patriarchisch geprägten Gesellschaft der 50er Jahre – ihre Mutter will sie partout wieder mit ihrem fremdgehenden Mann versöhnen – freistrampelt und rigoros ihren eigenen Weg geht. Die bunten Kulissen der New Yorker Künstlerszene und die tollen Kostüme machen „The Marvelous Mrs. Maisel“ zusätzlich zum Augenschmaus für Fans von Period Dramas.

Amy Sherman-Palladino, die hinter „The Marvelous Mrs. Maisel“ steckt, begeisterte Anfang der Nullerjahre mit den „Gilmore Girls“. Die Serie um die alleinerziehende Lorelai und ihre Tochter Rory im beschaulichen Ostküstenstädtchen Stars Hollow zog Millionen Fans in ihren Bann und erhielt Ende 2016 ein vierteiliges Netflix-Special. Ebenso wie die „Gilmore Girls“ besticht „The Marvelous Mrs. Maisel“ – Hauptdarstellerin Rachel Brosnahan gewann den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Comedy – durch einen ganz besonderen Humor, geschliffene Dialoge und schrullig-skurrile Charaktere. Beiden Serien gemein – auch wenn die Settings Jahrzehnte auseinander liegen – sind die facettenreichen Frauen, die in ihrem Mittelpunkt stehen. Die erste Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ ist exklusiv über Amazon Prime verfügbar. Eine zweite Staffel ist bestätigt.

(StadtSpiegel)