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Lass’ die Vergangenheit sterben

Lass’ die Vergangenheit sterben
Rey (Daisy Ridley) erhofft sich von Luke Skywalker Hilfe im Kampf gegen die „Erste Ordnung“, aber hofft auch, von ihm in der Kunst der Jedi unterrichtet zu werden. FOTO: 2017 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved
Wie zu erwarten war, ist „Star Wars: Die letzten Jedi“ an den Kinokassen eingeschlagen: 450 Millionen Dollar spielte er weltweit am ersten Wochenende ein. Das achte Kapitel der Space-Saga hält, was es im Vorfeld versprochen hat. Von Yvonne Simeonidis

Für Star Wars-Fans war „Das Erwachen der Macht“ oder „Episode VII“ vor zwei Jahren fast so etwas wie eine Reise in die Vergangenheit. Der Film hauchte der Space-Saga mit ganz viel Nostalgie neues Leben ein. Eine Tatsache, die so mancher Fan kritisch betrachtete. Zu „sicher“, zu nah am Vertrauten, hangele sich der Film entlang. Das Gegenteil könnte man nun von „Die letzten Jedi“ behaupten. Der Film unter Regie von Rian Johnson, der auch das Drehbuch schrieb, geht Risiken ein wie kein anderer Star Wars-Film zuvor.

In „Die letzten Jedi“ hat Rey (Daisy Ridley) endlich Luke Skywalker (Mark Hamill) gefunden, auf dem alle Hoffnungen der Republik und des Widerstandes um General Leia Organa (Carrie Fisher) liegen. Luke ist von Reys Auftauchen jedoch alles andere als begeistert und verweigert seine Hilfe. Er habe sich zurückgezogen um zu sterben, die Zeit der Jedi sei vorbei, erklärt er ihr kurz angebunden

An anderer Stelle steht der Widerstand unter schwerem Beschuss der „Ersten Ordnung“ unter Führung von Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) und seines Zöglings Kylo Ren/Ben Solo (Adam Driver). Die versprengte Gruppe von Rebellen kämpft allein auf weiter Flur ums Überleben. Der draufgängerische Pilot Poe Dameron (Oscar Isaac) mit dem kugeligen Droiden BB-8, der Rebell Finn (John Boyega) gemeinsam mit Mechanikerin Rose (Kelly Marie Tran) begeben sich auf ein Himmelfahrtskommando nach dem nächsten, um den Widerstand vor der vollständigen Zerstörung zu retten.

Kaum an einen anderen Film waren in diesem Jahr so viele Erwartungen geknüpft worden wie an „Die letzten Jedi“. Der Tod von Leia-Darstellerin Carrie Fisher ließ den Film, der ihr offiziell gewidmet ist, zusätzlich zum Abschiedsbrief an die Schauspielerin werden. Wie es sich für einen Star Wars-Film gehört, gibt es allerlei neue, teils niedliche, teils absurde neue Aliens zu bestaunen, epische Weltraumschlachten, viel Humor und diverse rührende bis herzzerbrechende Momente. Trotz einer Länge von fast zweieinhalb Stunden wirkt „Episode VIII“ aber nie langatmig.

Fans wird bei einigen Twists in der Story sicherlich der Mund offen stehen bleiben. Schon jetzt gehen die Meinungen extrem auseinander, ob Rian Johnson das Star Wars-Universum – wie ich finde – in eine neue spannende Richtung katapultiert oder, wie mancher es etwas überdramatisch ausdrückt, alles ruiniert hat. Wirkliche Antworten wird es ohnehin erst geben, wenn in zwei Jahren Episode IX in die Kinos kommt.

Für Fans, die offen sind für neue Wege abseits der ausgetretenen Galaxie-Pfade, ist „Die letzten Jedi“ ein sehenswertes, kurzweiliges und hochemotionales – an Taschentücher denken! – Weltraumabenteuer.

(StadtSpiegel)