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Einmal Wildnis und zurück

Einmal Wildnis und zurück
In bunten Klamotten zur Beerdigung, das fällt auf im „normalen“ Amerika. Viggo Mortensen brilliert in der Rolle des hochintelligenten Familienvaters Ben. FOTO: Universum Film
Mit seiner Rolle als Familienvater Ben in „Captain Fantastic“ gehört der dänisch-amerikanische Schauspieler Viggo Mortensen in diesem Jahr zu den Oscar-Nominierten für die beste Hauptrolle. „Captain Fantastic – einmal Wildnis und zurück“ ist auf DVD und Bluray erhältlich. Von Ulrike Mooz

Ben (Viggo Mortensen) lebt mit seinen sechs Kindern in der Wildnis im Nordwesten der USA. Der hochgebildete Familienvater trainiert seine Sprösslinge dort nicht nur in Literatur, Physik, Musik und Geschichte, sondern bringt ihnen auch bei, wie man in der Wildnis auf sich allein gestellt überlebt, wie man jagt, gesund isst und sich fit hält. Die Kinder tragen allesamt wegen der Einzigartigkeit selbst erfundene Namen. Sie sind so gut, dass sie ohne Probleme in Elitehochschulen aufgenommen werden und die gestählten Körper von Hochleistungssportlern haben. Trotzdem ist die „normale“ Welt – vor allem in Gestalt des Schwiegervaters Jack (Frank Langella) eher skeptisch bis feindselig.

Nach Jahren in der Wildnis beschließt die Familie einen Ausflug ins „wirkliche“ Leben, denn Bens Frau ist gestorben und die Kinder möchten zur Beerdigung fahren. In einem klapprigen alten Bus machen sie sich auf, um quer durch die USA zu reisen und die Großeltern zu besuchen, wo die Beerdigung stattfinden soll.

Das Erziehungskonzept von schonungsloser Offenheit, Spontanität, Kreativität, hochgebildeter Ernsthaftigkeit und hartem körperlichen Training, nach dem Ben seine Kinder erzieht, gefällt nicht jedem – auch nicht jedem seiner Kinder. Und die „andere“ Welt weckt so manches Bedürfnis.

Der Film ist voller unfreiwillig komischer Szenen und voller Momente der Ergriffenheit. Und so manch einen lässt er sicher ins Nachdenken über sein eigenes Leben kommen, über Konsumterror und Shopping-Langeweile und darüber, ob manches nicht anders besser sein könnte und ob es einen Kompromiss zwischen beiden Welten geben kann.

Viggo Mortensen ist für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert, aber auch unter den Nachwuchsschauspielern sind von George MacKay über Samantha Isler bis Shree Crooks und Nicholas Hamilton tolle Talente am Start.

(StadtSpiegel)