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Ein Tag, der alles veränderte

Ein Tag, der alles veränderte
Nora (Carrie Coon, l.) und Kevin (Justin Theroux) kommen einander in der Zeit nach dem „großen Verschwinden“ näher.
Lost-Erfinder Damon Lindelof sorgt mit seiner jetzt zu Ende gehenden Serie „The Leftovers“ erneut für mysteriöse Spannung. Die dritte und letzte Staffel läuft aktuell in den USA und ist bei uns exklusiv über Sky zu sehen. Von Yvonne Simeonidis

Ohne Ankündigung, ersichtlichen Grund und ohne jegliches System verschwinden weltweit plötzlich zwei Prozent der Weltbevölkerung. 170 Millionen Menschen lösen sich regelrecht in Luft auf. Der Rest der Menschheit, die „Leftovers“, bleiben fassungslos zurück. Auch drei Jahre nach dem „großen Verschwinden“, hier setzt die erste Staffel der HBO-Serie an, wissen die Menschen immer noch nicht, wohin ihre Lieben verschwunden sind.

In der amerikanischen Kleinstadt Mapleton versucht Polizeichef Kevin Garvey (Justin Theroux, „The Girl on the Train“, „Six Feet under“) gleichermaßen sein Familienleben zu retten wie auch seinen Ort davor zu bewahren, ins Chaos abzudriften. Als Reaktion auf das „große Verschwinden“ ist nämlich eine Sekte entstanden, „die Schuldig Verbliebenen“, in die auch Garveys Frau Laurie (Amy Brenneman, „Private Practice“, „Für alle Fälle Amy“) eingetreten ist.

Die Bewohner der Stadt stehen im ständigen Konflikt mit der Sekte, deren Mitglieder, immer weiß gekleidet, schweigend und kettenrauchend, ihren Nachbarn auflauern. An anderer Stelle hat sich Kevins Stiefsohn Tom (Chris Zylka, „The Secret Circle“) in die Hände des Gurus Holy Wayne begeben, während Pfarrer Matt (Christopher Eccleston, „Doctor Who“, „Fortitude“) um die Existenz der örtlichen Kirche fürchtet. Nora Durst (Carrie Coon, „Gone Girl“, „Fargo“) muss seit dem 14. Oktober, dem Tag des großen Verschwindens, im Gegensatz zu Kevin, der scheinbar niemanden verloren hat, mit dem Verlust ihres Ehemannes und ihrer zwei Kinder zurechtkommen. Firmen haben sich das „große Verschwinden“ zu Nutze gemacht und bieten lebensechte Puppen der Verschwundenen an, um den Hinterbliebenen für viel Geld eine Möglichkeit des Abschieds zu bieten.

Alle Figuren in „The Leftovers“ leiden auf die ein oder andere Weise unter den Folgen des „großen Verschwindens“. Hinzu kommen mysteriöse Vorkommnisse, die die Figuren, besonders Kevin Garvey, an ihrem Verstand zweifeln lassen.

Damon Lindelof war schon in „Lost“ groß darin, spannende Mysterien zu entwerfen, die die Zuschauer häufig mit mehr Fragen als Antworten zurückließen. Auch in „The Leftovers“, basierend auf dem Roman von Tom Perrotta, gelingt ihm dies. Als Zuschauer schaut man atemlos eine Folge nach der anderen, um herauszufinden, was nun hinter dem Verschwinden steckt, welche Ziele die „Schuldig Hinterbliebenen“ verfolgen und ob Sheriff Garvey nun „nur“ schlafwandelt oder ob mehr hinter seinen Erinnerungslücken steckt.

Die letzten acht Episoden von Lindelofs Mysteryserie gibt es seit Mitte April parallel zur US-Ausstrahlung auf Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket. Die ersten beiden Staffeln (deutsch und englisch) sind dort als Boxset verfügbar. Synchronisiert wird die dritte Staffel voraussichtlich ab Mitte Juli auf Sky Atlantic zu sehen sein.

(StadtSpiegel)