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Ein magisches neues Universum

Ein magisches neues Universum
Einige seiner Tierwesen sind zu unrecht misshandelt worden und finden in Newt einen neuen Freund. Diesen Donnervogel möchte er zurück in seine Heimat nach Arizona bringen. FOTO: Warner Bros. Entertainment
Viele von uns sind mit ihren Büchern aufgewachsen, haben uns in die Helden von J.K. Rowling verliebt und erlebten mit Harry Potter und seinen Freunden ein Abenteuer nach dem nächsten. Mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ hat Rowling ein neues Universum geschaffen, das alle Fans der magischen Welt in seinen Bann ziehen wird. Von Gina Dollen

„Weißt du, woher ich weiß, dass ich nicht träume?“, fragt „No-Maj“ Jacob (Dan Folger, „Secrets and Lies“) seinen neuen Zauberer-Freund Newt Scamander (Eddie Redmayne, „Die Entdeckung der Unendlichkeit“), der ihn fragend ansieht. „Sowas würde mir nicht mal im Traum einfallen“, erklärt er und blickt mit großen, glänzenden Augen auf die für ihn völlig neue und atemberaubende Tierwelt, die Newt in einem Koffer mit sich herum trägt.

Der junge Zauberer ist im Begriff, ein Lehrbuch über magische Tierwesen zu schreiben und ist durch die ganze Welt gereist, um sie zu studieren und einzufangen. In New York angekommen, entkommen einige von ihnen. Mit der suspendierten Aurorin Tina (Katherine Waterston, „Steve Jobs“) und dem eher unfreiwillig in die ganze Misere geratenen Jacob, beginnt ein aufregendes, verzauberndes und düsteres Abenteuer in J.K. Rowlings magischer Zauberer-Welt.

Schon zu Beginn werden eingefleischte Harry Potter Fans mit der etwas abgeänderten und trotzdem immer wieder für Gänsehaut sorgenden Melodie in die altbekannte magische Welt gesogen. Doch wer denkt, der Film sei nur ein Abklatsch der erfolgreichen Romanverfilmungen, der irrt sich. Rowling schafft eine komplett neue Welt. „Muggel“ heißen in New York „No-Majs“ und statt sich mit dem Zaubereiministerium rumschlagen zu müssen, streitet sich Newt mit dem Macusa, dem magischen Kongress der Vereinigten Staaten.

Beeindruckende Bilder und eine tolle Kameraführung versprechen auch visuell ein tolles Kinoerlebnis. Besonders die Welt, die sich in Newts Koffer verbirgt, besticht mit klaren Farben, extrem realistisch wirkenden Tierwesen und atemberaubenden Szenen. Besonders, wenn man den Film aus der Sicht eines Tierwesen oder eines Zauberer verfolgt, hat man das Gefühl, wirklich dabei zu sein.

Dass die Geschichte, trotz schon bekannter Harry Potter Welt, neu wirkt, liegt auch an den Schauspielern, die ganz eigene Charaktere verkörpern. Eddy Redmayne macht aus Newt einen liebenswert zerstreuten Charakter, der sich sofort in die Herzen der Zuschauer spielt. Sympathieträger ist Dan Folger, der Jacob zu einer großartigen Mischung aus Tollpatsch, ungewolltem Held und naivem Nichtzauberer macht. Auch Colin Farrell („Nicht auflegen!“) passt wie die Faust aufs Auge zu dem Bösewicht Percival Graves und spielt diesen mit der richtigen Portion Arroganz.

Die Welt von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist deutlich düsterer und härter. Dies sorgt dafür, dass selbst Erwachsene tiefer in ihren Kinosessel rutschen, wenn ein „Obscurus“ jemanden auf brutale Weise getötet hat.

Auch die neue magische Welt von J.K. Rowling ist so toll und fantasievoll, dass man am liebsten nicht zurück in den grauen Alltag möchte. Regisseur David Yates hat einen absolut sehenswerten, mit einem gewissen „Vorfreude auf den nächsten Teil“-Faktor versehenen Film geschaffen.

(StadtSpiegel)