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Ein irre witziger Dschungelspaß

Ein irre witziger Dschungelspaß
In den Körpern von Moose Finbar (Kevin Hart), Ruby Roundhouse (Karen Gillan), Professor Shelly Oberon (Jack Black) und Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson, v.l.) erleben vier Teenager die gefährliche Welt von Jumanji. FOTO: Sony Pictures Releasing GmbH
„Jumanji – Welcome to the Jungle“, die Neuauflage des 90er Jahre Robin Williams-Filmhits, kommt überraschend komisch und herzerwärmend daher. Auch die neue Version ist ein Film für die ganze Familie – perfekt für den Kinobesuch in der Weihnachtszeit. Der Film startet am 21. Dezember in unseren Kinos. Von Yvonne Simeonidis

Das Brettspiel Jumanji ist „mit der Zeit gegangen“ und hat sich für diese neue Geschichte in ein Konsolenspiel verwandelt, wenn auch in ein im Jahr 2017 herrlich Veraltetes. Die ungleichen Teenager Spencer, Martha, Bethany und Fridge – zum gemeinsamen Nachsitzen verdammt – bekommen ihre Hände an das Spiel und werden unversehens in die Dschungelwelt von Jumanji gezogen. Jedoch nicht als sie selbst sondern als klischeebeladene Avatare der Computerspielewelt der 90er Jahre. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: die vier Teenager verwandeln sich allesamt in das Gegenteil ihrer selbst. Nun gilt es, das Spiel – gemeinsam – zu bestehen, um lebendig wieder in die Realität zurückzukehren.

„Jumanji – Welcome to the Jungle“ hätte sehr schnell sehr platt werden können. Als die ersten Bilder zur Neuauflage – die letztendlich ein wenig Fortsetzung und ein wenig Remake ist – veröffentlicht wurden, fühlten sich die Kritiker bestätigt. Die Charaktere wirkten wie die Vereinigung der schlimmsten Klischees. Besonders das knappe Lara Croft-eske Outfit von Karen Gillan sorgte für Ärger. Auch ich war mehr als skeptisch, ob man mit diesem Film nicht das Erbe des Robin Williams Familienklassikers zerstören oder zumindest beschädigen würde. Tatsächlich jedoch begegnen die in den Avataren steckenden Teenies diesen Klischees mit der gleichen Entrüstung wie wir als Zuschauer. Mit viel Humor werden die Rollenklischees ins Gegenteil verkehrt und – da, wo es hilft – schamlos ausgenutzt.

Sicherlich sind die vier Teenager keine komplexen Charaktere. Zu sehr sind sie typischen Rollenbildern nachempfunden: der ungelenke Nerd, der schwarze Footballspieler, die verklemmte Streberin und das hübsche It-Girl, das sich nur für ihr Aus- und Ansehen interessiert. Am Ende sind sie natürlich über sich hinaus- und zusammengewachsen, haben ihre Schwächen überwunden und sind Freunde geworden.

Doch auch wenn die Geschichte nicht besonders komplex oder tiefschürfend ist – eine Tatsache, die die vier Teenies selbst auf die Schippe nehmen: Jumanji macht richtig, richtig viel Spaß. Jack Black und Kevin Hart sorgen mit ihrer Naturkomik für die größten Lacher, aber auch Dwayne Johnson kann seine Humormuskeln spielen lassen. Der Mann braucht definitiv mehr Comedyrollen! Karen Gillan bewies mehrere Jahre in Doctor Who, wie mühelos witzig sie sein kann. Jumanji bringt ihr Talent nun einem neuen Publikum näher.

Der Film hat seine Wurzeln nicht vergessen. Während ihrer Abenteuer treffen die vier Kids auf einen weiteren gestrandeten Spieler. Er lebt in einer Dschungelhütte, die einst Robin Williams Charakter Alan Parrish gehörte: „Das hier ist das Haus von Alan Parrish. Ich habe es nicht gebaut, ich lebe nur darin.“ Ein dezentes Verneigen vor dem Star des Originals, Anerkennung, dass es diesen neuen Film nicht ohne seinen geliebten Vorgänger gäbe und nicht zuletzt ein schönes Bonbon für Fans.

„Jumanji – Welcome to the Jungle“ ist Familienspaß für Groß und Klein und – auch erfrischend für einen modernen Blockbuster – schließt am Ende ein potenzielles Sequel aus. Schön zu sehen, dass man hier vielleicht nicht jeden Dollar aus einer Idee wringen wird.

(StadtSpiegel)