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Drama in der Hauptstadt des Country

Drama in der Hauptstadt des Country
Rayna Jaymes (Connie Britton) und Deacon Claybourne (Charles Esten) verbindet weit mehr als ihre gemeinsame musikalische Karriere.
Mit „Nashville“ hat es ein Drama über die glitzernde Welt der Country-Musik auf unsere Bildschirme geschafft – mittlerweile in der fünften Staffel. Von Yvonne Simeonidis

Mei, ist das alles dramatisch in Nashville! Wer hätte gedacht, dass die Countrymusik-Szene so aufregend ist! In Wirklichkeit geht es wahrscheinlich wesentlich prosaischer zu, aber das wäre als Serie eher langweilig anzuschauen. Im fiktiven „Nashville“ von Serienerfinderin Callie Khouri kämpfen die Country-Stars und -Sternchen um ihre Momente im Rampenlicht.

Auf der einen Seite steht „Veteranin“ Rayna Jaymes (Connie Britton, „Friday Night Lights, „American Horror Story“), deren lange Karriere im Country-Business auf dem absteigenden Ast zu sein scheint, auf der anderen das Country-Sternchen Juliette Barnes (Hayden Panetierre, „Heroes“, „Malcolm mittendrin“). Die ungleichen Frauen werden von ihren Managements gedrängt, gemeinsam auf Tour zu gehen. Oft zwischen den Fronten und im Kreuzfeuer der beiden steht Deacon Claybourne (Charles Esten, „Big Love“, „Wilfred“), langjähriger Gitarrist und Ex von Rayna, der nun auch von Juliette als Songwriter (und mehr) umworben wird.

Die andere Seite der Country-Welt, die der kleinen Clubs und Bars und aufstrebenden (aber noch erfolglosen) Musiker, findet in „Nashville“ ebenfalls ihren Platz. Deacons Nichte Scarlett O’Connor (Clare Bowen) macht ihre ersten musikalischen Schritte mit Gunnar Scott (Sam Palladio, „Episodes“), während ihr Freund Avery Barkley (Jonathan Jackson, „General Hospital“) auf den Radar der großen Produzenten gerät und in jede Falle des Music-Business zu tappen scheint.

Für solche – zu denen ich auch zähle – die mit Countrymusik wenig bis gar nichts anfangen können, mag „Nashville“ nicht die offensichtliche Wahl für den nächsten Serienmarathon sein. Doch auch wenn man den Klängen von Steel-Guitar und Banjo und dem charakteristischen Gesang wenig abgewinnen kann, lohnt es sich, in das Hochglanz-Drama zu schalten. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und selbst die am Anfang unsympathische und oberflächliche Juliette gewinnt schnell an Tiefgang. Die ganz persönlichen Dramen der Protagonisten hinter den Kulissen der bombastischen Bühnenshows fesseln genauso wie die Kämpfe, die Rayna, Scarlett, Juliette und Co. in ihrem professionellen Leben ausfechten müssen.

Die Storylines mögen nicht neu oder übermäßig anspruchsvoll sein, aber so „soapy“ die Serie manchmal auch sein mag, sie unterhält und das richtig gut. Und auch wenn ich in diesem Leben nicht mehr zum Country-Fan werde: die Songs der Show sind mitreißend und gehen ins Ohr.

Der Sender Fox zeigt noch bis 12. Dezember Montag bis Freitag um 12.30 Uhr die fünfte Staffel von „Nashville“, Staffel 1-4 ist über Amazon Prime als Stream verfügbar. Die Serie wurde gerade für eine letzte sechste Staffel verlängert, die ab Januar im amerikanischen Fernsehen laufen wird.

(StadtSpiegel)