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Der Anfang vom untoten Ende

Der Anfang vom untoten Ende
Travis Manawa (Cliff Curtis) und Madison Clark (Kim Dickens) müssen gemeinsam mit ihren Kindern mit ansehen, wie Los Angeles und die Welt im Chaos versinken.
Ist eine Serie oder ein Film erfolgreich, ist ein Spin-Off, zu deutsch Ableger, nicht weit. Seit ihrer Premiere im Jahr 2010 ist die Zombie-Serie „The Walking Dead“ ein weltweiter Renner. Da lag es nicht fern, dem Erfolgsprojekt einen Ableger, in diesem Fall ein Prequel, zu geben: „Fear the Walking Dead“ erzählt seit 2015 von den Anfängen der Zombie-Apokalypse. Von Yvonne Simeonidis

Genau wie die Mutterserie „The Walking Dead“ erhielt „Fear the Walking Dead“ (Fürchte die wandelnden Toten) für seine erste von mittlerweile drei Staffeln sechs Folgen. Im Zentrum steht die Patchworkfamilie Clark/Manawa und Schauplatz des Geschehens – vermutlich um in späteren Staffeln nicht in Erklärungsnot zu geraten, warum sich die Figuren nicht über den Weg laufen – ist nicht Georgia sondern die Westküste, genauer Kalifornien und Mexiko.

Wo „The Walking Dead“ bereits mitten in der Apokalypse steckt, deutet sich das Unheil in der Ableger-Serie erst langsam an. Ungewöhnlich brutale Überfälle, seltsame Todesfälle und Krankheitswellen geistern durch die Medien. Die ersten Beweise für die hirnfressenden Untoten beobachtet ausgerechnet Nick Clark (Frank Dillane, „Harry Potter und der Halbblutprinz“, „Sense8“), der drogenabhängige Sohn von Madison Clark (Kim Dickens, „Gone Girl“, „House of Cards“) und Bruder von Alicia (Alycia Debnam-Carey, „The 100“). Seine Aussagen werden folglich als Wahnvorstellungen abgetan. Währenddessen gerät Chris Manawa (Lorenzo James Henrie, „Agents of SHIELD“) in einen Aufstand gegen die Polizei, die wegen vermeintlich zu brutalem Vorgehen in der Kritik steht. Travis (Cliff Curtis, „Missing“, „Stirb Langsam 4“), Chris Vater und Madisons Lebensgefährte, versucht Sohn und Ex-Frau zu schützen und gleichzeitig für seine Stiefkinder und Madison dazu sein, während sich die Ereignisse mehr und mehr überschlagen.

Vor allem die erste Staffel hält den Zuschauer in Atem, da man trotz des Wissens um die nahende Apokalypse nie weiß, wann und wo die nächste lebensbedrohliche Situation entsteht oder einer der meuchelnden Zombies lauert. Die Figuren der Serie können die Gefahr zu Beginn – verständlicherweise – noch nicht einschätzen und kommen den Untoten so ein ums andere Mal gefährlich nah.

Umso mehr die Welt, wie sie sie kannten, um sie herum zusammenbricht, umso mehr werden die zentralen Figuren vor Entscheidungen gestellt, die sie sich in ihren wildesten Alpträumen nicht hätten vorstellen können. Die Anstrengungen, gemeinsam der Katastrophe zu entfliehen, wandeln sich schnell zum nackten Kampf ums Überleben.

„Fear the Walking Dead“ hat zugegebenermaßen die ein oder andere Länge und manche Storyline kommt einem bekannt vor, wenn man auch „The Walking Dead“ gesehen hat. Insgesamt aber bietet das Zombie-Spin-Off eine neue, spannende Perspektive auf die Apokalypse, durch die sich die Figuren der Mutterserie seit mittlerweile sieben Staffeln kämpfen. Besonders Charaktere wie Nick und Chris überraschen und schockieren.

Die ersten beiden Staffeln sind vollständig bei Amazon Prime erhältlich, die Folgen der dritten Staffel werden jeden Montag direkt nach US-Ausstrahlung veröffentlicht.

(StadtSpiegel)