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Düster und fesselnd

Düster und fesselnd
Sarah Linden (l.) und Stephen Holder machen sich in „The Killing“ auf die Suche nach dem Mörder der kleinen Rosie.
Düstere und graue Grundstimmung, mitunter verstörende Hauptcharaktere und ein erster Fall, der so viele Wendungen wie Folgen hat – „The Killing“ fesselt von der ersten bis zur letzten Sekunde. Von David Friederichs

Eigentlich wollte Detective Sarah Linden (Mireille Enos, „The Catch“, „World War Z“) schon längst im Ruhestand sein und mit ihrem Verlobten ihre Hochzeit vorbereiten. Dann aber wird eine junge Frauenleiche in einem versenkten Auto in einem Fluss bei Seattle gefunden und Linden macht sich zusammen mit ihrem neuen Kollegen Stephen Holder (Joel Kinnaman, „House of Cards“, „Suicide Squad“), ein Ex-Junkie, der vom Drogen- und zum Morddezernat gewechselt ist, auf die Suche nach dem Mörder.

Bereits das dänische Original, das in Deutschland unter dem Titel „Kommissarin Lund“ bekannt ist, begeisterte, das US-Remake setzte durch drei Handlungsstränge, Spannung und hochwertige Inszenierrung noch einen oben drauf. Da wäre zum einen das Ermittlerduo Linden / Holder, das sich durch den Wust an Hinweisen kämpfen muss und dabei immer wieder mit ganz persönliche Problemen zu kämpfen hat, zum anderen der Blick in die Familie der ermordeten Rosie, die unter Schock und Verlust ängsten steht und damit umgehen muss, einen geliebten Menschen verloren zu haben und zudem nach und nach von der eigenen, längst vergessenen Vergangenheit eingeholt wird.

Nicht zuletzt ist da der Kampf um das Bürgermeisteramt von Seattle. Was zunächst wie ein separater Handlungsstrang aussieht, entwickelt sich zu einem Gezerre um Macht ohne Rücksicht auf Gefühle - und schon gar nicht auf Tatverdächtige. Steht zunächst ein reicher Ex-Freund von Rosie unter Tatverdacht, ist es wenig später ein Lehrer, dem ein Verhältnis zur Ermordeten nachgesagt wird – doch nichts ist so, wie es im ersten Moment scheint. Es gibt keine Zufälle, jeder hat ein Geheimnis und während die Charaktere ihrer Vergangenheit entkommen zu sein scheinen, holt diese sie immer wieder aufs Neue ein...

Der Fall der ermordeten Rosie zieht sich über die ganze erste und zweite Staffel. Jeder Folge erzählt 24 Stunden und erst auf der Zielgeraden wird klar, wer wirklich der Mörder von Rosie war. Spannend, fesselnd, verstörend - „The Killing“ ist ein absolutes Muss für alle Fans authentischer Krimi-Serien. Insgesamt gibt es vier Staffeln, Staffeln drei und vier behandeln zwei weitere Fälle. Zu sehen ist die Serie bei Netflix und bei Amazon Prime (kostenpflichtig).

(StadtSpiegel)