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Bienvenue in Versailles

Bienvenue in Versailles
Louis XIV. (George Blagden, vorne) hat große Pläne für sein Prunkschloss Versailles. In seinem Schatten steht sein jüngerer Bruder Philippe (Alexander Vlahos). FOTO: Tibo & Anouchka  /  Sky  /  Canal+
Versailles ist opulent, gewagt, aufregend, modern und macht richtig süchtig. Die vom französischen Sender Canal+ – auf Englisch – produzierte Serie gilt aktuell als teuerste und aufwendigste Produktion Europas. Von Yvonne Simeonidis

Mit der Entscheidung, englischsprachige Schauspieler zu casten und die Serie auf Englisch zu drehen, ist Versailles in seinem Heimatland Frankreich nicht unbedingt nur auf Gegenliebe gestoßen. So viel Geld – 30 Millionen Euro – in eine Produktion zu stecken, die offensichtlich auf einen internationalen Markt – auch wegen der Financiers – ausgerichtet ist und nicht einmal in der Muttersprache gedreht wird, kam zunächst nicht besonders gut an. Im Ausland dann, speziell in Großbritannien, wo die Serie auf der BBC ausgestrahlt wird, eckte die Serie wegen ihrer Freizügigkeit an – zumindest in der Boulevardpresse. Wenn all diese „Probleme“ jedoch für eines sorgten, dann für Aufmerksamkeit. Versailles war in aller Munde und hat sich zum internationalen Erfolg gemausert. Bei uns läuft die Serie auf Sky Atlantic, aktuell wird die dritte Staffel gedreht.

Was man Versailles nicht vorwerfen kann, ist, dass es ein verstaubtes Kostümdrama sei. An Originalschauplätzen (unter anderem im echten Versailler Schloss) gedreht, transportiert die Serie das opulente Leben am französischen Hof aus dem 17. ins 21. Jahrhundert. Das ätherisch-mitreißende Show-Intro (der Song heißt ironischerweise „Outro“, erschienen auf dem Album „Hurry up, we’re dreaming“) der französischen Band M83, gepaart mit einer stilisierten Entstehung der Versaillschen Schlossgründe allein verleiht der Serie Kinoqualität.

George Blagdens („Vikings“, „Les Miserables“) junger Louis XIV. steht noch ganz am Anfang seiner 72 Jahre umspannenden Regentschaft. Sein großer Traum: In Versailles, vor den Toren von Paris, aus einem kleinen Jagdschlösschen den prunkvollsten Herrschersitz zu machen, den die Welt je gesehen hat. An seiner Seite und – zu dessen Missfallen – meist in Louis Schatten, ist sein Bruder Philippe (Alexander Vlahos, Merlin, The Confessions of Dorian Gray), der sich einerseits ganz dem ausschweifenden Leben zu Hofe hingibt – inklusive einer leidenschaftlichen Affäre mit dem Adeligen Chevalier (Evan Williams, „Awkward“), andererseits aber auch als erfahrener Feldherr für Louis in den Krieg zieht.

Louis große Pläne bringen jedoch viele Neider und Feinde auf den Plan. Er muss sich auf dem Weg zu Ruhm und Glanz immer neuen Intrigen und dem ein oder anderen Mordkomplott erwehren. Die Adligen sehen nicht gern, wie die ohnehin klammen Staatsfinanzen durch Louis extravagante Pläne weiter geschröpft werden, Kriege an den Grenzen Frankreichs blockieren die Finanzen außerdem. Doch auch direkt am Hof sorgen persönliche Intrigen und Begehrlichkeiten für Konfliktpotenzial.

Sky Atlantic zeigt an den kommenden Wochenenden noch einmal alle Folgen der ersten und zweiten Staffel von Versailles. Für Amazon-Prime-Kunden ist die erste Staffel aktuell kostenlos verfügbar. Die zweite Staffel kann man kaufen. Beide Staffeln sind außerdem über iTunes zum Kauf verfügbar.

(StadtSpiegel)