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| Die Ohrringe original spanisch, die „Peineta“ (Kamm) im Haar, die Haltung stolz: Wenn im Spanischen Elternverein die beschlagenen Schuhe zum Einsatz kommen, ist der Bodenbelag nach drei Jahren durch, wissen Maria Alcario (oben links) und Francisco Contreras (Bildmitte oben). Und jeder Kratzer steht für großes Gefühl... Foto: Markus Rick |
Im Spanischen Elternverein wird hingebungsvoll Flamenco getanzt. Aber auch einer weiteren Passion soll bald gehuldigt werden. M’gladbach (sw). Rotblonde Haare, blaue Augen, Sommersprossen und - Flamencotänzerin! Die sechsjährige Zoé Fröschen nimmt mit langem schwarzem Rock, weißer Bluse und getupftem Halstuch vor dem großen Spiegel Haltung an. „Da sieht man, dass einem das spanische Temperament nicht zwangsläufig im Blut liegen muss, um bei uns mitzumachen“, lacht Francisco Contreras. Zoés Bruder Jonas (8) ist sogar der einzige Junge in der Flamencogruppe des Spanischen Elternvereins Rheydt. „Wer sich der spanischen Kultur verbunden fühlt, ist bei uns willkommen,“ erklärt Contreras, 1. Vorsitzender des Vereins - und wird gleich wieder in Beschlag genommen: „Soll ich das hier nehmen? Passt das?“, möchte Tochter Anastasia wissen und präsentiert ein besticktes Halstuch mit Fransen, „Manton“ genannt. Wie ihre Tanzfreundinnen legt die Zehnjährige großen Wert auf ein stilechtes Outfit - „Ich hab’ davon null Ahnung“, gesteht Francisco Contreras, während Maria Alcario bestätigt: „Ohne Accessoires wäre das Tanzen nur der halbe Spaß - oder die halbe Leidenschaft. Auf die kommt es nämlich an“, weiß die Flamencolehrerin, die im Spanischen Elternverein verschiedene Altersstufen unterrichtet. „Ausdruck, Körperhaltung und vor allem die Hände sind wichtig. Mit denen zu sprechen, das lernen bei uns schon die ganz Kleinen,“ erklärt Maria, die sich selbst als „Naturtalent“ bezeichnet. Offensichtlich eines mit großen pädagogischen Fähigkeiten, denn im Regal reiht sich Pokal an Pokal: „Bei Turnieren sind wir immer gern dabei.“ Auch für Feste in und um die Vitusstadt werden die Tänzerinnen um Maria Alcario oft gebucht. Ganz andere Wettkämpfe schweben Francisco Contreras vor: „Leidenschaftlich bin ich auch - wenn es um Fußball geht“, grinst er. Mit neuen Mannschaften für etwa Neun- bis 16-Jährige möchte er an frühere Erfolge des Elternvereins anknüpfen: „Und ich mach’ den Trainer.“ Auch abseits der spanischen „Top-Disziplinen“ Flamenco und Fußball bietet der Verein gesellige Lebensart für alle, die sich für Spanien begeistern. „Einfach mal vorbeikommen“, raten Francisco und Maria. Denn auch wenn das Vereinslokal der „Ex-Chinese“ an der Bahnhofstraße ist - bei viel Gastfreundschaft und unter dem Porträt von König Juan Carlos und Königin Sophia kommt das Spanien-Flair auf jeden Fall schneller als der nächste Urlaub.
Info Mehr zum Spanischen Elternverein Rheydt ist unter Telefon 0172/25 30 202 beim Vorsitzenden Francisco Contreras zu erfahren. Ebenfalls in Planung sind Gitarrenkurse.
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