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Sanft rollende „Schätzchen“
Detlef Dässel mit seinem „Alvis Firebird“, Baujahr 1934, mit dem er an der Viersener Oldtimer-Rallye teilnehmen wird. Weil ein Unfall mit dem historischen Gefährt drastische Folgen haben könnte, sagt Dässel: „Der Tod fährt immer mit.“ Foto: Red

M`gladbach (jfk). Der Mönchengladbacher Detlef Dässel sammelt Oldtimer aus Leidenschaft. So manches alte Gefährt hat er unter kuriosen Bedingungen ausfindig gemacht...

Als „bekloppt“ lassen sich wohl nur wenige gern bezeichnen. Detlef Dässel hat damit kein Problem. Er weiß, dass seine Sammelleidenschaft Grenzen sprengt. Vor vier Jahrzehnten kaufte der Mönchengladbacher seinen ersten Oldtimer, einen „Traction Avant“ von Citroën – der diente damals einem französischen Bauern als Hühnerstall. Umgerechnet 300 Euro zahlte Dässel damals, heute dürfte das Gefährt das Zigfache Wert sein. Genau wie alle anderen seiner insgesamt 20 alten „Schätzchen“, die er inzwischen sein Eigen nennt. „Vor sieben, acht Jahren habe ich aufgehört, mir weitere Wagen zuzulegen. Schließlich kann ich nur einen fahren“, schmunzelt Detlef Dässel. Das tut er am liebsten bei den zahlreichen Oldtimer-Rallyes, die von Mai bis Oktober in der Region durchgeführt werden. Am 2. Juni ist Dässel mit einem „Alvis Firebird“ bei der Rallye in Viersen am Start.

Dieses äußerst rare Exemplar – weltweit gibt es insgesamt nur rund 70 dieses Typs – ist komplett aus Aluminium gebaut und deshalb kaum anfällig für Rost. „Allerdings sollte man einen Unfall tunlichst vermeiden, denn weder Material noch Knautschzonen schützen. Der Tod fährt immer mit“, erklärt Dässel. Deshalb sind Oldtimer-Besitzer ja auch keine Raser, sondern cruisen gemütlich durch die Lande. Mit dem „Alvis Firebird“, Baujahr 1934, werden Dässel und seine Frau, die bei Rallyes immer auf dem Beifahrersitz zu finden ist, auch am 2. Juni bei der 24. Viersener Oldtimer-Rallye Blicke auf sich ziehen. Und das ist genau der Grund, warum der Gladbacher überhaupt Oldtimer fährt: „Wir sind schon ein bisschen exhibitionistisch veranlagt“, spricht Dässel schmunzelnd für sich und seine Oldtimer-Freunde. „Wir zeigen unsere Autos gerne und freuen uns, wenn sich die Leute freuen.“ Nicht auszuschließen, dass Dässel mit seinem „Alvis Firebird“ (Dässel: „In Deutschland habe ich noch keinen Firebird gesehen“) auch in Viersen wieder den ein oder anderen Pokal abgreifen wird. Ungern erinnert sich der 65-Jährige in diesem Zusammenhang an einen seiner ersten Auftritte in Viersen, wo er mit einem „Belsize“ auffuhr. Dieses englische Gefährt, Baujahr 1912 und 56 PS, ist das letzte auf der Welt, und um das zu würdigen, wurde bei dieser Rallye extra der Pokal für den „seltensten Oldtimer“ eingeführt. Daneben gab es für Dässel vier weitere Trophäen: „Das war so peinlich, jedes Mal auf die Bühne zu müssen!“ Der Gladbacher fährt nicht für Pokale, sondern wegen des Oldtimer-Feelings und um mit Gleichgesinnten ausgiebig zu „schnacken“.
Gleichgesinnte findet Detlef Dässel auch in seiner Familie – auch wenn er wahrscheinlich selbst der Auslöser war... „Meine Frau ist immer dabei und ist gerade bei Rallyes die beste Beifahrerin, die ich mir vorstellen kann. Wenn das eigene Hobby in der Familie nicht mitgetragen wird, dann haben sie ja nur Drama zu Hause“, lächelt der Unternehmer im „Unruhestand“. Auch Dässels Tochter (34) nennt zwei Oldtimer ihr Eigen, und auch der Schwiegersohn hat inzwischen die Liebe zu alten Autos entdeckt.
Ein Lieblingsstück hat der Mönchengladbacher unter seinen insgesamt 20 Oldtimern nicht: „Eins wird gehegt und gepflegt wie das andere. Es wird ihnen sowieso jeder Oldtimer-Besitzer, egal ob er eine Ente oder einen Rolls-Royce hat, sagen: `Mein Auto ist das schönste der Welt!´“


INFO

Mit 170 Fahrzeugen hat die Viersener Oldtimer-Rallye am 2. Juni bereits jetzt das größte Teilnehmerfeld aller Zeiten.  Start ist um 10 Uhr auf dem Remigiusplatz in Viersen, Mittagpause gegen 12.30 Uhr im Industriegebiet Boisheim, Zieleinlauf am Lindenplatz in Süchteln ab 16 Uhr.



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