 |
| Nicht immer fanden Trainer Lucien Favre (Mitte) und sein Team ideale Bedingungen im Trainingslager vor. Foto: Wiechmann |
Durch den Wechsel von Marco Reus zu Meister Dortmund hat Borussia so viel M’gladbach (jfk). Geld wie noch nie in der Kasse. Anders als in den Jahren zuvor, soll der Transfererlös in Höhe von 17 Millionen Euro ins Team investiert werden. Zwei Neue sind schon da. Die Nachricht vom Wechsel Marco Reus` zu Meister Borussia Dortmund am Ende dieser Saison schlug vergangene Woche ein wie eine Bombe. Nicht die Tatsache, dass Reus wechselt, sondern eher der Zeitpunkt der öffentlichen Mitteilung überraschte. „Ich denke, Roman Neustädter und ich haben uns korrekt verhalten und früh genug Bescheid gesagt, dass wir Borussia im Sommer verlassen werden. So hat der Verein frühzeitig die Möglichkeit, sich nach neuen Spielern umzuschauen“, sagte Reus stellvertretend auch für Neustädter, der den Verein ebenfalls (in Richtung Schalke) verlassen wird. Während im Umfeld des Vereins aufgrund des Abgangs von Reus schon Untergangsszenarien gedichtet werden, ist der Klub bemüht, keine Unruhe aufkommen zu lassen. Verständlich, dass aus den kolportierten Abschiedsgedanken von Dante, Juan Arango und sogar Trainer Lucien Favre keine Negativspirale entsteht. Die kann Borussia vor der Rückrunde, die am 20. Januar mit einem Heimspiel gegen den FC Bayern München beginnt, im Moment nicht gebrauchen. Sportdirektor Max Eberl hat bereits signalisiert, den größten Teil der rund 17 Millionen Euro, die Dortmund für Reus an Gladbach zahlt, wieder in die Mannschaft zu investieren. Und so kursierten denn auch mit Mladen Petric (HSV) oder Patrick Helmes (Wolfsburg) Anfang der Woche Namen von potenziellen Neuzugängen. „Über Namen zu sprechen, ist viel zu früh“, wehrt Eberl alle Spekulationen ab. Sicher ist, dass der Sportdirektor, der in den vergangenen Monaten fast nur Transfer-Treffer gelandet hat, zusammen mit Favre längst den Markt sondiert, um möglichst bald Vollzug melden zu können und so auch die eventuelle Wechselgedanken bei Borussias anderen Leistungsträgern frühzeitig zerstreuen zu können. Neues Personal war schon beim noch bis morgen andauernden Trainingslager im türkischen Belek mit an Bord. Nachdem Borussia mit Tolga Cigerci bereits einen viel versprechenden Youngster vom VfL Wolfsburg ausgeliehen hat (plus Kaufoption), brachte der Verein kurz darauf auch die Verpflichtung des finnischen Nationalspielers Alexander Ring unter Dach und Fach. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler wurde (ebenfalls mit anschließender Kaufoption) vom finnischen Meister HJK Helsinki bis Juni 2013 ausgeliehen. Ring, der beim VfL die Rückennummer fünf erhält, bestritt bisher fünf Länderspiele für die finnische Nationalmannschaft. „Alexander Ring ist ein technisch starker, vielseitig einsetzbarer Mittelfeldspieler, der im vergangenen Jahr in Finnland in seinem Verein und in der Nationalmannschaft mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat, und wir freuen uns, dass wir ihn verpflichten konnten“, so Sportdirektor Max Eberl. Ring wurde am 9. April 1991 in der finnischen Hauptstadt Helsinki geboren, ist aber in Deutschland aufgewachsen. Berufsbedingt zog die Familie von Finnland nach Bonn. Beim dortigen Stadtteilklub VfL Lannesdorf begann Ring das Fußballspielen. 2000 wechselte der Mittelfeldspieler in die Jugend von Bayer Leverkusen. Anfang 2009 zog er mit seinen Eltern wieder nach Finnland und heuerte in der Jugend des HJK Helsinki an. Sein Profidebüt in der finnischen Veikkausliiga feierte er am 31. Juli 2010. In der Qualifikation zur Europa League traf er mit Helsinki in dieser Saison auf den FC Schalke 04. Die Finnen gewannen das Hinspiel überraschend 2:0, schieden aber durch eine 1:6-Niederlage im Rückspiel aus. Das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich bereitete der 1,73 Meter große Rechtsfuß vor. In der finnischen Liga kam Ring insgesamt auf 31 Einsätze. Dabei erzielte er drei Tore. Mit HJK Helsinki holte der 20-Jährige im vergangenen Jahr die finnische Meisterschaft sowie den Pokal. Nach mehreren Einsätzen in den Juniorenteams des finnischen Fußballverbands debütierte Ring am 7. Juni 2011 im EM-Qualifikationsspiel gegen Schweden (0:5) in der A-Nationalmannschaft der Skandinavier.
Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel. Kontakt zur Redaktion
Artikel versenden
|