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Wer nervös wird, steigt ab
Jubel nach dem 1:0: Kapitän Filip Daems (Mitte) verwandelte den Elfmeter, den Igor de Camargo (rechts) herausgeholt hatte. Einer der ersten Gratulanten: Marco Reus (li.). Fotos (3): Wiechmann

M’gladbach (jfk).  Sportdirektor Max Eberl mahnt Nervenstärke im Abstiegskampf an. Für Trainer Lucien Favre geht es darum, das Team weiter zu stabilisieren.

Was ist der Sieg gegen erschreckend harmlose Hoffenheimer Wert? Diese Frage wird am Freitagabend, 18. März, gegen 22.30 Uhr beantwortet sein. Entweder hat Borussia dann, nach den Spielen gegen die Tabellennachbarn aus Bremen (am 12. März) und Kaiserslautern (18. März), den 2:0-Sieg vom Wochenende als Startschuss der Trendwende genutzt – oder nicht.
Noch immer, nach nun schon 25 Spieltagen, ist Borussia 2010/11 nicht einzuschätzen. Dem tollen Fight gegen Schalke folgte die blutleere Vorstellung in Wolfsburg. Nun zeigten sich die Gladbacher in einer mittelmäßigen Partie gegen Hoffenheim (zu der die Gäste den größeren Part beitrugen) zumindest nervenstark und nutzten nach dem 0:0 zur Pause nach dem Seitenwechsel die sich ihnen bietenden Möglichkeiten aus.
Positiv, dass Trainer Lucien Favre auf das unstete Leistungsvermögen des Teams bisher stets schnell reagiert hat. Nach dem schwachen Kick gegen Wolfsburg, wo Borussia die stets bemühte „Kompaktheit“ über die gesamte Spieldauer vermissen ließ, bot der Schweizer gegen Hoffenheim mit Thorben Marx, Michael Fink und Roman Neustädter gleich drei defensive Mittelfeldspieler auf. Die Gäste kamen so zu keiner nennenswerten Torchance. Vorne war auf Igor de Camargo Verlass, der zunächst im Strafraum von 1899-Keeper Tom Starke gefoult wurde – Kapitän Filip Daems verwandelte den fälligen Elfmeter – und wenig später dann mit einem wuchtigen Kopfball den 2:0-Endstand herstellte. Als kämpferisches Vorbild diente einmal mehr Dante. Der Brasilianer brach sich in der 84. Minute nach einem bösen Tritt von Mlapa die Nase, das Blut floss in Strömen. Nach wenigen Minuten stand der Abwehrrecke wieder auf dem Platz – mit neuem, blütenweißen Trikot. „Ich will in Bremen unbedingt spielen, auch mit gebrochener Nase. Wir müssen weiter hart arbeiten, keiner darf nach einem Sieg zufrieden sein“, sagt „Warrior“ Dante.
„Der Abstiegskampf wird diesmal interessanter als die Deutsche Meisterschaft“, erklärt Sportdirektor Max Eberl. „Für uns ist sehr wichtig, dass wir seit der Winterpause den Abstand zu Kaiserslautern, Frankfurt und St. Pauli, aber auch zu Wolfsburg und Bremen verkürzen konnten. Ich denke, dass die Mannschaften absteigen, die zuerst die Nerven verlieren.“



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