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Zu wenig Nachfrage: Kleiderstube schlägt Alarm

Zu wenig Nachfrage: Kleiderstube schlägt Alarm
Wollen wieder mehr Besucher für die Kleiderkammer: (v.l.) Karl-Heinz Ewalds, Erika Baader, Elke Steffens und Anita Meier. FOTO: David Friederichs
Mönchengladbach (df). Seit 40 Jahren betreibt die Gemeindecaritas St. Mariä Himmelfahrt eine Kleiderstube. Vor zehn Jahren ist diese auf die Abteistraße 8 umgezogen. Für kleines Geld bekommen Bedürftige hier gut erhaltene Anziehsachen. Doch die Kunden bleiben derzeit größtenteils aus. Von der Redaktion

Anita Meier und Elke Steffens sitzen im Keller auf der Abteistraße 8. „Heute war noch keiner hier“, erzählen die beiden ehrenamtlichen Helferinnen der Gemeindecaritas St. Mariä Himmelfahrt und zeigen auf die leere Strichliste. Die Ständer um sie herum sind hingegen voll. Hemden, Hosen, Blusen, Jacken und Schuhe hängen und liegen hier nach Größen geordnet, in den Schränken lagern meist neue Unterwäsche und Socken, auch Kinderkleidung in allen Größen findet sich hier.

„Die Sachen sind alle noch richtig gut in Schuss“, sind sich die beiden Mitarbeiterinnen sowie Erika Baader, die Vorsitzende der Gemeindecaritas, und ihr Mitstreiter Karl-Heinz Ewalds einig. Doch warum ist das Interesse an den Sachen so gering, obwohl es viele Bedürftige Familien in der Stadt gibt? „Zum einen wissen die Leute nicht, dass es uns gibt, zum anderen ist das Haus etwas schwer zu finden“, sagt Erika Baader. Dabei steht in einem Schaukasten außen alles, was die Leute wissen müssen. Jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr ist die Kleiderkammer geöffnet, montags, dienstags und donnerstags werden Anziehsachen von 9 bis 12 Uhr entgegen genommen. „Dass wir zu wenig Klamotten bekommen, können wir gar nicht sagen“, so Bader. Selbst Preisschilder hängen manchmal an den Kleidern. Gefragt sind zumeist Hosen, Sweatshirts, Schuhe und Jacken - sowohl bei jungen als auch bei älteren Kunden.

Die Kleiderkammer könnte die Sachen sogar verschenken, macht es aber nicht. „Wir wissen aus Erfahrung, dass die Leute die Klamotten mehr zu schätzen wissen, wenn sie etwas dafür bezahlen“, berichtet Karl-Heinz Ewalds. Von 50 Cent für eine Bluse oder Hemd über 2 Euro für eine Jeans bis maximal 3 Euro für einen ganzen Anzug reichen die Preise.

Neben der Kleiderkammer übernimmt die Gemeindecaritas aber noch weitere gemeinnützige Arbeiten. Mit dem Geld aus der Kleiderkammer werden Lebensmittel gekauft, die an Familien gegen Vorlage des Leistungsbescheids ausgegeben werden, es gibt ein Monatsendessen an jedem letzten Samstag im Montag im Pfarrsaal auf der Abteistraße 34, es gibt Beratungsangebote und einen Krankenbesuchsdienst. „Unser ganzes Angebot können wir nur dank der Hilfe unsere viele Ehrenamtler aufrecht erhalten“, sagt Baader. Damit das auch so bleibt, soll auch die Kleiderkammer wieder mehr Zulauf bekommen.

(Report Anzeigenblatt)