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Wenn das Paradies zur Hölle wird

Wenn das Paradies zur Hölle wird
Martin Borzim (l.) im Gespräch mit seinem Freund Norbert Quack. Herrlich gelegen grenzt das großzügig angelegte Grundstück an einen kleinen See. FOTO: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Wegberg. Das Schicksal hat Martin Borzim arg zugesetzt. Erst verliert der Frührentner durch einen Brand Anfang 2013 sein Haus und alles Hab und Gut. Anschließend lebt er ein Jahr im geliehenen Wohnwagen. Seine Lebensgefährtin trennt sich, eine Freundin wird ermordet und der geplante Neuanfang endet im Desaster. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

„Ich bin am Ende, hab’ keine Ahnung, wie ich den nächsten Winter überstehen soll“, sagt Martin Borzim. In seinem Haus in Wegberg lebt er völlig zurückgezogen. Ein Freund ist ihm geblieben, der ihm in seiner Not beisteht. Norbert Quack aus Odenkirchen versucht zu helfen so gut es geht, und nimmt Kontakt zu unserer Redaktion auf. „Es muss doch liebe Menschen geben, die helfen können“, hofft er, „der Extra-Tipp ist unsere Chance sie zu finden.“ Durch den Brand seines Hauses in Hardt habe er alles verloren, was bis dahin sein Leben ausgemacht hatte, erzählt Martin Borzim.

Wenn er daran denkt, laufen ihm noch heute Schauer über den Rücken. „Es war so grausam zu sehen, dass alle unsere Tiere, die Katzen, mein Therapiehund, ein Leonberger, 70 Hühner und die Bienenvölker mit verbrannt sind“, erinnert er sich. Borzim und seine Lebensgefährtin waren von jetzt auf gleich obdachlos. Anderthalb Jahre habe er in einem unbeheizten Wohnwagen gelebt, seine Lebensgefährtin habe die Situation nicht verarbeiten können und ihn verlassen, so Martin Borzim.

Vor zwei Jahren schien sich das Blatt zu wenden. Mit der Versicherungssumme habe er sich ein Haus in Wegberg kaufen können, herrlich gelegen und sogar mit Zugang zu einem kleinen See. „Ich dachte, hier ist es wie im Paradies“, sagt er mit einem zurückhaltenden Lächeln. Den überholungsbedürftigen Zustand des an sich schönen Hauses habe er nicht sehen wollen. Freunde, die ihm anfangs noch bei der Renovierung helfen wollten, seien nach zwei Monaten schon nicht mehr gekommen. Als dann im November letzten Jahres eine frühere Freundin, die er zwischenzeitlich wieder getroffen hat, ermordet wird, verstärkt dies seine aussichtslose Situation. „Ich bekomme ständig Panikattacken und bin einfach nicht mehr in der Lage hier zu bleiben; es ist für mich die Hölle“, bekennt er und hofft nun, schnell jemanden zu finden, der das Haus übernehmen möchte. „Oder mir vorübergehend eine ‚kostenlose’ Unterkunft geben kann“, so Martin Borzim. „Sobald das Haus verkauft ist, werde ich meine Mietschulden bezahlen.“

(Report Anzeigenblatt)