| 13.31 Uhr

Wenn’s bei dem Haustier zwickt

Wenn’s bei dem Haustier zwickt
Ein eingespieltes Team: Katrin Nake und ihr Hund Alf. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Physiotherapie kennen wir alle, aber haben Sie schon einmal was von Tier-Physiotherapie gehört? Genau das macht Katrin Nake. Bei ihr geht es ausgerenkten Wirbeln und eingerosteten Knochen an den Kragen. Von Gina Dollen

Noch etwas vorsichtig läuft Alf über die Gummimatte in eine Art „große Box aus Glas“. Darin angekommen findet der Hund sich auf einem Laufband wieder. Ganz langsam läuft warmes Wasser, sauber gefiltert aus einem Wassertank, in die Box ein. Noch etwas wackelig, dann immer sicherer beginnt er zu laufen und tapst immer wieder vorsichtig auf die Wasseroberfläche, bis das Wasser ihm knapp unter dem Bauch steht. Was Alf hier macht, ist Wassergymnastik für Tiere und die gibt es in der Physiotherapie-Praxis für Tiere „Sportsfreund tierisch fit“ von Katrin Nake.

„Ich bin da irgendwie so rein gerutscht“, antwortet Katrin Nake auf die Frage, wie man denn Physiotherapeutin für Tiere wird. 2009 kam sie das erste Mal über ein Praktikum beim Tierarzt in Berührung mit Veterinärmedizin. „Mir war aber relativ schnell klar, dass ich keine Tierärztin werden möchte. Dieses ’Gott spielen’ ist einfach nicht mein Ding“, erzählt die junge Physiotherapeutin. So kam sie auf die Tierheilpraktikerausbildung und nach einigen Jahren des Lernens und harter Arbeit zu ihrer ersten eigenen Praxis. „Leider ist mein Beruf kein geschützter Beruf. Im Prinzip könnte jeder so eine Praxis aufmachen“, erklärt sie. Deshalb sollten Tierbesitzer auf eine vernünftige Ausbildung und Zertifikate achten.

Wenn das aber gegeben ist, dann kann man seinem Haustier schon mit den kleinsten Dingen das Leben erleichtern. Die Arbeit in der Tier-Physiotherapie beginnt schon bei der Prävention. Auf dem Unterwasserlaufband zum Beispiel können ganz gelenkschonend Muskeln aufgebaut werden. Außerdem wird so verhindert, dass das Tier zu wenig Bewegung bekommt, was leider immer öfter der Fall ist. Auch Massagen, Lasertherapie und der ganz klassische „Igelball“ zum Ausrollen von blockierten Wirbeln gehören zu den angewandten Methoden. Dabei sprechen sich der Physiotherapeut und der Tierarzt meistens sehr genau ab.

Gerade bei anfangs merkwürdig anmutenden Dingen, wie dem Unterwasserlaufband, muss Katrin Nake eine große Portion Empathie an den Tag legen. „Ich zeige behutsam, dass hier nichts passiert. Das Tempo gibt das Tier vor“, erklärt sie. Selbst bei einer Massage sind viele erstmal skeptisch. „Beim zweiten Mal legt sich das aber meistens und manchmal schlafen die Tiere sogar bei der Massage ein“, erzählt Nake.

Auch wenn Alf ein tolles Beispiel ist, profitieren nicht nur Hunde von einer Physiotherapie. Auch andere Tiere, wie zum Beispiel Katzen und teilweise sogar Kaninchen, gehören zu den Patienten. Behandelt werden kann nahezu jedes Tier. „Nur Pferde, die kann ich nicht behandeln, da fehlt mir einfach die Kraft“, gibt Katrin Nake lachend zu.

(Report Anzeigenblatt)