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Unsere Borussia im Herzen

Unsere Borussia im Herzen
Ralph Bemba, Dr. Kerstin Adolf-Wright und Selina Jay sind begeisterte Anhänger von Borussia Mönchengladbach und des Fanclubs „LebensRaute“. Fotos. Robert Jordan
Mönchengladbach. „LebensRaute“ – der seit März 2016 anerkannte VfL-Fanclub hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Forum für Menschen mit und ohne Behinderung zu sein, um die Leidenschaft „Borussia Mönchengladbach“ ausleben zu können. Von der Redaktion

Selina Jay ist 21 Jahre alt und lebt mit zwei weiteren Frauen in einer Wohngemeinschaft, die von der Lebenshilfe betreut wird. Das Besondere: Selina ist begeisterter Fußballfan. Seit gut fünf Jahren verfolgt sie das Geschehen um Borussia Mönchengladbach und seit zwei Jahren spielt sie auch selbst in einer Hephata-Frauen-Fußballmannschaft. Da liegt es nahe, dass Selina seit der Gründung des Borussia-Fanclubs „LebensRaute“ im Jahr 2016 dort Mitglied ist.

Einmal monatlich trifft sich das Team der „LebensRaute“ im Café der Lebenshilfe an der Bödikerstraße. Von den 65 Mitgliedern kommen dann jeweils 20 bis 40 Leute für eine Stunde zusammen, um sich in der Gemeinschaft dem Thema Fußball zu widmen. Da wird über das jüngste Bundesligaspiel diskutiert oder das Ergebnis der kommenden Partie getippt, die Borussia-Hymne wird eingeübt oder ein eigenes Spiel entwickelt.

Der Vorsitzende der „LebensRaute“ ist Ralph Bemba, Mitarbeiter der Lebenshilfe und dort zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Ralph Bemba lebt den Fußball, ist eingefleischter VfL-Fan und stets mit Borussia-Trikot oder -Shirt bekleidet. Er ist der Motor der „LebensRaute“, Ansprechpartner für alle Mitglieder, Teamleiter und bei allen Treffen stets anwesend. Mit ihm fahren die „LebensRaute“-Mitglieder ins Stadion, egal ob zum Heim- oder zum Auswärtsspiel. Mit ihm werden Grillabende und Ferienspiele unter Beteiligung von ehemaligen Borussen-Profis organisiert.

Dr. Kerstin Adolf-Wright ist die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Wohnen gGmbh Mönchengladbach und hat als ehemalige Berlinerin das Fußballleben in Mönchengladbach erst kennengelernt. Ihr gefällt vor allem die Einbindung des Fußballs in das gesellschaftliche Leben der Stadt. Sie schwärmt von den fußballbegeisterten Menschen, die als Fans ihre Mannschaft unterstützen und die oft auch selbst Fußball im Verein spielen. Dies passiert nach ihrer Beobachtung durch alle gesellschaftlichen Schichten und bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Was sie am meisten freut: auch die Inklusion funktioniert. Im letzten Jahr förderte Borussia Mönchengladbach die 17 Inklusionssportvereine in der Stadt mit 5 000 Euro. Menschen mit und ohne Behinderung machen dort die Inklusion erlebbar. Durch das gemeinsame Tun werden soziale Kontakte aufgebaut und Freundschaften initiiert. Gemeinsame Emotionen, die im Stadion erlebt werden, bieten Gesprächsstoff – auch nach dem Spiel. Und Selina lernte sogar ihren Freund beim Fußballspielen kennen.

(Report Anzeigenblatt)