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Speick: Schützen tun richtig Gutes

Speick: Schützen tun richtig Gutes
Der Pin des Königspaars
Speick. Wie die Speicker Schützen mit maximalem Engagement und Erfindungsreichtum ein Tabu-Thema anpacken und zu einem Selbstläufer gestalten. Von Klaus Schröder

Jochen Windeln, 53, lackiert gerade die Schützenburg, die beim Schützenfest acht Meter Straßenfront zieren wird. Dennoch nimmt sich der Schützenkönig des Bürgerschützenvereins St. Hermann-Josef Speick Zeit, um den Stand der Dinge zu erläutern: "Die Planung läuft hervorragend." Der Countdown ist für den 18. August vorgesehen, "am 19. wollen wir aber noch zum Europa-Schützen-Treffen nach Leudal in Holland."

Der kleine Verein mit rund 200 Aktiven muss sich nach der Decke strecken, wie Windeln sagt, aber der Familien-Gedanke lebt, und wie! Zusammen mit seiner Frau Sabine Rau-Windeln als Königin und seinem Sohn Jonas als Jung-König macht er es vor – aber das "Wir-als-Gruppe-Gefühl" geht weit über die Familie hinaus. Mit den Mitgliedern seines 2007-er-Königshauses, Josef Baumanns und Thomas Kallen, ist Windeln "heute noch dick befreundet". Die Röschen-Abende, bei denen Papierrosen als Dekoration gedreht werden – eigentlich nichts Besonderes. "Aber bei uns ist der zweite Abend genauso gut besucht wie der erste – und der dritte wird es auch sein, denn die Leute sagen zu mir, wir wollen mit Euch feiern!" Dieses Engagement macht an den Vereinsgrenzen nicht Halt. "Wir haben uns immer sehr viel Soziales einfallen lassen." Jahrelang waren die Adressaten der private Kindergarten im Pfarrheim und die Grundschule im Stadtteil.

"Dieses Mal habe ich meinen Freund Michael Heck gefragt, den neuen Kämmerer: Nenn' mir doch mal einen Empfänger." Er schlug den Hospizdienst "Wegbegleiter" vor, der seit zehn Jahren Menschen am Lebensende und ihren Angehörigen zur Seite steht. "Was wollen die Schützen von uns?", fragte sich Daniela Knothe vom "Wegbegleiter". "Wir wollen nichts von Ihnen, sondern wir wollen Sie unterstützen." Sabine, Jochen und Jonas Windeln entwickelten daraufhin einen Königspaar-Pin – "ein Selbstläufer, der reißenden Absatz findet." Das Jungkönigshaus hat sich ein Feuerzeug mit Logo ausgedacht, einen Einkaufs-Chip und einen zusammenfaltbaren Stoffbeutel – alle Erlöse gehen an die "Wegbegleiter". Eine große Hilfe sind bei der Aktion die Minister von Alt- und Jungkönig, Dominik Heinen und Marvin Gützkow. Die Gesellschaft als Verein zu unterstützen, hält auch den Verein zusammen, um Glaube, Sitte, Heimat zu leben, sagt Präsident Markus Effertz.

Und es kommt noch besser. Mit ihrer Idee konnten sie den Ober-Schützen Horst Thoren überzeugen, der ihnen vorschlug, das Projekt am Ende der Saison beim Treffen aller Schützen vorzustellen. Jochen Windeln freut sich. "Das ist eine Riesen-Ehre."

(Report Anzeigenblatt)