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So haben die damals „getickt“

So haben die damals „getickt“
Die Vorstände von Museumsverein, Bylandt-Gesellschaft und Theaterfreunden, Prof. Dr. Hans Dieter Jakubowski, Dr. Rolf Keuchen und Dr. Carsten Christmann (v.l.) überreichten Dr. Busso Diekamp (r.) das erste Exemplar. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Der langjährige Schul- und Kulturdezernent Dr. Busso Diekamp hat seine - augenzwinkernden - beruflichen Memoiren geschrieben. Am Donnerstagabend wurden die ersten druckfrischen Exemplare überreicht. Und eine Kostprobe gab es auch. Von Ulrike Mooz

Dr. Busso Diekamp - der Mann mit der Fliege - hat vor allem im Mönchengladbacher Kulturleben in 29 Jahren große Fußstapfen hinterlassen. Der ehemalige Schul- und Kulturdezernent hat vieles mit Humor genommen und ist damit in die Annalen der Mönchengladbacher Verwaltungs-Geschichtsschreibung eingegangen. Jetzt hat er, aus dem Ruhestand heraus, noch einen drauf gesetzt: Mit „Randbemerkungen“ lässt er die Bürger in kleinen Anekdoten hinter die Rathaus-Kulissen gucken. „Das Buch enthält nicht alles, noch nicht mal alles Wesentliche“, sagt Diekamp am Donnerstagabend, Memoiren könne man es deshalb eigentlich nicht nennen. Und jetzt wo er es sähe, denke er darüber nach, was noch alles hätte drin stehen können - und was er besser weg gelassen hätte. „Ich hoffe, ich bin niemandem auf die Füße getreten“.

Diekamps ganz persönliche Sicht der Dinge in seiner Amtszeit ist mit Hilfe der Bylandt-Gesellschaft, des Museumsvereins und der Freunde des Theaters herausgegeben worden. „Rechtzeitig vor Weihnachten“, so Dr. Rolf Keuchen, Vorsitzender der Otto von Bylandt-Gesellschaft.

Der Autor hat am Donnerstagabend im Ratssaal des Rathauses Abtei - umrahmt von klassischer Musik dreier begabter Musikschülerinnen - die Gelegenheit ergriffen, den einen oder anderen Abschnitt aus seinem „Opus“, wie er es schmunzelnd nennt, vorzutragen. Und die Zuhörer haben einen kleinen Einblick in eine Zeit bekommen, wo OB Wilhelm Wachtendonk im Theater einsprang und die Rolle des Zettel im Sommernachtstraum übernahm und wo in einer alten Fabrikhalle in der Künkelstraße Schrebergartenhäuschen aufgestellt wurden, um den Gladbacher Prostituierten ein Plätzchen einzuräumen, wo sie ihrem Gewerbe nachgehen konnten. Selbstironisch rückt der Ex-Kulturdezernent damit heraus, dass er als Westfale beim Bewerbungsgespräch 1964 die Kaiser-Friedrich-Halle nicht nur nicht kannte, sondern auch noch zeitlich falsch einordnete, worüber die Gladbacher Ratsmitglieder großzügig hinweg sahen. „Man lernt, wie die damals getickt haben“, so Nachfolger Dr. Gert Fischer.

(Report Anzeigenblatt)