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Sie sammeln „für Nüsse“!

Mönchengladbach. Oje, alles taube Nüsse! Nein, das ist kein Mobbing gegen Leute, die nicht zuhören. Taube Nüsse sind Hasel- und Walnüsse, die wegen des trockenen Sommers keinen Kern haben. Und genau die werden im Winter zum Problem für unsere Eichhörnchen. Warum? Und was kann man tun? Der Extra-Tipp hat Experten gefragt. Von Petra Käding

Gartenbesitzer, Tierfreunde, ja, fast jeder war erschrocken über die Meldungen der letzten Wochen: Die Eichhörnchen sind in Gefahr. Der Grund: Viele Nüsse sind nach dem heißen, trockenen Sommer taub, also leer. Für die Eichhörnchen bedeutet das: Sie sammeln vergeblich, umsonst – „für Nüsse“! Denn wie Holger Jansen, Fachmann bei Garten Lenders, erklärt: „Eichhörnchen können taube von guten Nüssen nicht unterscheiden. Sie verbuddeln alles, merken sich ohnehin nicht jedes Versteck, so dass sie etwa drei Viertel der vergrabenen Nüsse nicht finden. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass in diesem Jahr jede zweite Nuss taub ist, kann man sich vorstellen: Das wird eng.“

Doch es gibt Entwarnung: Kurt Sasserath vom Naturschutzbund (NABU) Mönchengladbach sagt: „Der Eichhörnchenbestand ist trotz aller Probleme nicht gefährdet.“ Die Vorratslager der Eichhörnchen seien weit verbreitet, so Sasserath, oft seien es „bis zu zehntausend Nüsse, die vergraben und in der Regel auch wiedergefunden werden.“

Einen Nahrungsengpass für Eichhörnchen sieht der NABU aber auch. „Die Hitze und die Trockenheit dieses Jahres beeinträchtigen alle Lebewesen“, erklärt Sasserath. Doch das schlechte Nahrungsangebot sei nicht die einzige Bedrohung für die heimischen Eichhörnchen. Auch die Einführung des aus Nordamerika stammenden Grauhörnchens, das in Großbritannien das eurasische Eichhörnchen fast verdrängt habe, gefährde die heimischen Hörnchen.

Angesichts so vieler Bedrohungen sind Tierfreunde und Gartenbesitzer jetzt aufgefordert, etwas für die Eichhörnchen zu tun. Kurt Sasserath: „Es ist kein Problem, ihnen in einem naturnah oder waldähnlich gestalteten Garten eine Heimat zu bieten. Das Anpflanzen einer Haselnuss ist schon ein erster Schritt, und eine ganzjährige Fütterung ist bei ungünstigen Wetterverhältnissen zu empfehlen.“ Die Lieblingsspeise der Eichhörnchen, so der NABU-Experte, seien Wal- und Haselnüsse sowie Sonnenblumenkerne. Holger Jansen hat auch gute Erfahrungen mit Erdnüssen, Johannisbrot, Sultaninen, getrockneten Karotten- und Apfelstücken sowie Bananenchips gemacht. Er empfiehlt spezielles Eichhörnchen-Premiumfutter aus dem Fachhandel.

Für die Fütterung eigneten sich spezielle Eichhörnchen-Futterhäuschen. Die seien wegen der „angespannten Lage“ aktuell ausverkauft. Sein Tipp: „Etwas geschlossenere Vogelfutterhäuschen mit tieferen Dächern werden auch angenommen, denn die Hörnchen verkriechen sich gern in Höhlen.“

(Report Anzeigenblatt)