| 14.42 Uhr

Müll und entführte Einkaufswagen

Müll und entführte Einkaufswagen
Solche Ansammlungen von Hausmüllsäcken mussten die Mülldetektive der mags vielfach entsorgen. FOTO: mags
Mönchengladbach. Die mags-Mülldetektive haben in 2017 viel Kurioses und manch Erschreckendes erlebt. Ein Blick zurück auf Zahlen und Fakten des Kampfes gegen den wilden Müll in Mönchengladbach. Von der Redaktion

Einige Fälle aus diesem Jahr sind den mags-Mülldetektiven besonders im Gedächtnis geblieben. Allen voran die Entsorgung eines Schafkadavers im Papiercontainer an der Viktoriastraße Anfang Dezember.

Während viele Mönchengladbacher an der Sauberkeit der Stadt interessiert sind und die Arbeit der mags-Mülldetektive wertschätzen, hinterlassen andere illegal Abfälle. Zum Beispiel auf der Kampstraße. Dort wurden immer wieder benutzte Windeln auf ein benachbartes Dach geworfen und zu einem Fall für die Mülldetektive der mags.

Ob Wandfarbe, Styropor, Kühlschränke oder direkt komplette Wohnungsauflösungen – der wilden Müllentsorgung sind keine Grenzen gesetzt. Einen Mengen- und Geschwindigkeitsrekord bei der illegalen Müllentsorgung konnte ein Mönchengladbacher im September aufstellen. Er fuhr innerhalb von 45 Minuten zweimal den gleichen Containerstandort an der Immelmannstraße an, um dort insgesamt 18 Müllsäcke mit Hausmüll, Verpackungen und Textilien wild zu entsorgen.

In vielen Fällen waren auch aufmerksame Mönchengladbacher eine große Hilfe bei der Arbeit der Mülldetektive. Immer wieder wurde im vergangenen Jahr über die mags-App wilder Müll gemeldet. So konnte zum Beispiel in einem Waldstück bei Wickrath ein Umweltschaden verhindert werden. Hier hatten Zeugen beobachtet, wie mehrere Kanister entsorgt wurden. Die Schadstoffe wurden von der GEM fachgerecht entsorgt.

In einem anderen Waldstück bei Zoppenbroich haben die Mülldetektive über elf Müllsäcke und Bretter aus Brombeerranken gezogen. Auffällig dabei: Es waren jede Menge Quarktöpfe, Feta in Eimern und Rapsöl in großen Gefäßen dabei. Über einen Kassenzettel konnte der Imbissbetrieb ermittelt werden, der seine Abfälle in die Natur geworfen hatte.

Viel Raum zur Spekulation bot ein Fund am Friedhof an der Preyerstraße. Am Rande des Parkplatzes waren Autoreifen, eine Tiefkühltruhe, eine Matratze, Elektrogeräte, Hausmüll und elf Kanister mit Resten von verschiedenen Flüssigkeiten im Gebüsch versteckt. Einer der Kanister war mit „Salzsäure“ beschriftet.

Die Mülldetektive kümmern sich übrigens auch um „entführte“ Einkaufswagen, die mitten im Gebüsch oder auf Wegen stehen gelassen werden. 2017 wurden 160 Einkaufswagen den verschiedenen Supermärkten gemeldet, damit sie aus dem Straßenbild verschwinden.

Die mags-Mülldetektive haben in diesem Jahr unter anderem weit mehr als 310 Observationen durchgeführt und über 1 500 Stellen in Mönchengladbach überprüft, an denen wilder Müll entsorgt wurde.

Fast 800 Bußgeldverfahren wurden eingeleitet, bei denen Bußgelder von über 160 000 Euro festgesetzt wurden.

(Report Anzeigenblatt)