| 14.52 Uhr

Leser äußern sich zur „Blauen Route“ „Oft keine Anlieger“

Leser äußern sich zur „Blauen Route“ „Oft keine Anlieger“
Für mehr Kontrollen auf der Blauen Route wurden auch schon Unterschriften gesammelt. FOTO: schrö
Mönchengladbach. Die Blaue Route beschäftigt - zumindest die Anwohner der Brucknerallee, wo auch eine Initiative entstand, weiterhin die Mönchengladbacher Bürger. Von Klaus Schröder

„Die drei Initiatoren der Unterschriftenliste zur Blauen Route, der ersten Fahrradstraße Mönchengladbachs, haben Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners per Brief um ein persönliches Gespräch nach den Osterferien gebeten.

Margret Obenhaus, Hannah Rosa Pongs und Dr. Ulrich Pongs schreiben: ’Als unmittelbare Anwohner der Blauen Route auf der Brucknerallee haben wir nun ein halbes Jahr lang Erfahrungen mit der Realität auf der Blauen Route gemacht. Über diese Erfahrungen möchten wir Sie gerne persönlich informieren.’ Probleme gab es aus Sicht der Anwohner vor allem mit den fehlenden Kontrollen auf der Blauen Route und dem Verbot für die Nachbarn, wie bisher, gemütlich, langsam und sicher auf dem Mittelstreifen der Allee mit ihrem Rad zu fahren. Die Stadt Mönchengladbach hatte wiederholt die Notwendigkeit von Kontrollen auf der Blauen Route bestritten. Die Polizei NRW Mönchengladbach ist deshalb ebenfalls nicht tätig geworden. Erst eine Eingabe beim zuständigen Innenminister des Landes NRW brachte die ersten Geschwindigkeitskontrollen. Die Bilanz der Mönchengladbacher Polizei vor Ostern: Auf der Brucknerallee wurden 1208 Fahrzeuge festgestellt. Fast 5 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge fuhren zu schnell.

Davon der weitaus überwiegende Teil im Verwarngeldbereich (d.h. bis 55 Euro). Zwei Fahrzeuge wurden im Bußgeldbereich gemessen. Rund 60 Raser und PKW, die deutlich zu schnell fuhren, in 17 Stunden, d.h. in weniger als einem Tag, sind völlig inakzeptabel. Zumal offensichtlich die weit überwiegende Zahl der PKW keine Anlieger waren. Damit haben sich die Befürchtungen der Anwohner bestätigt. Die Polizei NRW Mönchengladbach versicherte ihnen, sie werde ’mit Maßnahmen der Verkehrsüberwachung weiterhin im Bereich der Fahrradstraße Präsenz zeigen.’

Die Aktionen, die jetzt über das Scheitern des Marketingkonzepts Blaue Route Mönchengladbach entscheiden, sind aus Sicht der Anwohner 1. die Kontrolle des Anliegerverkehrs (Hannah Pongs: ’Sie findet bis heute, auch nach einem halben Jahr, nicht statt.’) und 2. die Rückgabe des Mittelstreifens an die Nachbarschaft. (’Hiernach werden wir den Oberbürgermeister konkret fragen.’)

Dr. Ulrich Pongs

(StadtSpiegel)
Weitere Empfehlungen für Sie!Anzeige