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Langzeitkranke machen Sorgen

Langzeitkranke machen Sorgen
Die Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen haben auch 2016 zugenommen. Grund kann auch Stress im Büro sein. Hier sollen Präventionsmaßnahmen helfen. FOTO: Colourbox
Mönchengladbach. Der Trend setzt sich fort: Auch in 2016 ist der Gesamtkrankenstand der AOK versicherungspflichtig Beschäftigten in Mönchengladbach gestiegen. Grund ist der höhere Anteil an Langzeitkranken mit einer Ausfalldauer von mehr als 42 Tagen. Von David Friederichs

„Wir haben in Mönchengladbach die höchsten Krankengeldausgaben in ganz NRW!“ Diese Aussage von Heinz Frohn, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg, sitzt. 1,81 Prozent der rund 35 000 AOK-Versicherten fielen im vergangenen Jahr 42 Tage oder länger aus (2015: 1,72 Prozent), im gesamten Rheinland lag die Quote nur bei 1,57 Prozent. Ein Trend, der sich durch alle Altersstufen und Erkrankungen zieht. „Mönchengladbach hat seine Besonderheiten“, weiß auch Gregor Mertens, stellvertretender Leiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), das jährlich den Krankenstand der AOK-Versicherten analysiert.

Viele Zahlen wurden präsentiert, ins Auge fiel dabei aber gerade eine: die der Ausfalldauer aufgrund psychischer Erkrankungen. 29,57 Tage fehlte ein Arbeitnehmer im Durchschnitt aufgrund dieser Diagnose. „Seit 2006 hat sich die Zahl der Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen verdoppelt“, so Mertens. Die Gründe sind mehrschichtig. Zum einen gibt es ein verändertes Diagnoseverhalten, zum anderen hat eine Enttabuisierung des Themas eingesetzt und zum dritten nimmt die Belastung in der Arbeitswelt stetig zu.

Die Konsequenz: Prävention rückt immer stärker in den Fokus. „Jeder Arbeitgeber sollte die Gesundheit seiner Mitarbeiter am Arbeitsplatz im Auge behalten“, appelliert Mertens. Die Bereitschaft dazu ist vorhanden. Rund 50 Firmen werden jetzt schon bei der „Betrieblichen Gesundheitsförderung“ und dem „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ betreut.

Laut Präventionsgesetz des Bundesgesundheitsministeriums müssen die Krankenkassen 7 Euro pro Arbeitnehmer zur Verfügung stellen. Jährlich sollen die Mittel um einen Euro bis auf maximal 10 Euro ansteigen. „Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, weiß Regionaldirektor Frohn. Daher investieren viele Firmen selber Geld in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Themen wie Ergonomie am Arbeitsplatz, Kommunikation und Optimierung der Arbeitsabläufe stehen dabei unter anderem im Fokus. „Die Zeichen für Prävention stehen auf grün“, ist sich Frohn sicher. Schließlich würden die Maßnahmen auch zu einem besseren Betriebsklima und höherer Zufriedenheit der Mitarbeiter führen. „Und wer zufrieden ist, ist seltener krank“, stellt Frohn abschließend fest.

(Report Anzeigenblatt)