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Kunst oder Krakelei ?

Kunst oder Krakelei ?
An der Steinmetzstraße haben Sprayer eine Hausmauer mit ihrem „Tag“ (Etikett) neu „verziert“. FOTO: Petra Käding
Mönchengladbach. "Der Sprayer war schneller" urteilte die Tageszeitung, als sie letzte Woche berichten musste, dass die gerade in Lürrip neu aufgestellten Fahrradboxen nicht ihr eigentliches Design, sondern ein Graffiti von unbekannter Hand verpasst bekommen hatten. Auch das gerade teuer instand gesetzte Stück Stadtmauer am Geroweiher hatte seinerzeit nur wenige Tage später einen weißen Schnörkel. Die mehr oder weniger kunstvollen Sprühwerke sind wieder einmal in der Diskussion. Von Ulrike Mooz und Klaus Schröder

Illegal ist es immer, auf Mauern zu sprühen, die einem nicht gehören, aber sind Abrisskanten als Untergrund genauso respektlos, wie frisch gestrichene Privathäuser? Und wo hört Schmiererei auf und fängt Kunst an?

Manche freuen sich über bunte Bilder, andere fühlen sich hilflos Verschandelungen ausgeliefert. Die Mags ist mit zwei Anti-Graffiti-Mobilen unterwegs, die mit Hilfe einer Maschine Graffitis von öffentlichen Gebäuden strahlen. "Je nach Untergrund verwenden wir für den Strahl Sand, Nussschalen oder auch andere Granulate", sagt Yvonne Tillmanns, Mags-Pressesprecherin. Täglich müssen sie ausrücken, um Graffitis aus Unterführungen, von Stromkästen und Mauern zu tilgen. Auf lackierten Untergründen, wie den Lürriper Fahrradboxen funktioniert allerdings nicht mal das. Bei Privathäusern setzen Spezialfirmen auf Entfernung und anschließende Versiegelung, die ein erneutes Werk abwaschbarer machen.

(StadtSpiegel)