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Künstlerische Zeitreise

Künstlerische Zeitreise
Politik trifft Kunst: Bürgermeister Marc Venten und Hans-Willi Türks, stellvertretender Bürgermeister aus Pesch, diskutieren über dieses ausgefallene Ausstellungsobjekt, das den Namen „Das Bett“trägt. FOTO: csa
Korschenbroich (csa). „Zukunft braucht Erinnerung. Ahnen sind uns näher als wir ahnen“ – So heißt eine neue Ausstellung, die noch bis zum 16. September im Kulturbahnhof zu sehen ist. Von der Redaktion

„Eine Chronik schreibt nur derjenige, dem die Gegenwart wichtig ist“, soll Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt haben. Diese Idee greift Margarete Schopen-Richter in ihrer neusten Ausstellung im Kulturbahnhof auf. Sie zeigt Werke, die während ihrer familienbiografischen Arbeit entstanden sind. Museumschefin Hilla Bäcker ist begeistert von der neukonzipierten Ausstellung: „Wir bieten immer wieder Blicke in die Werke und in die Seelen unseren Künstler. Auch diesmal wieder.“

Bürgermeister Marc Venten fokussierte in seinem Grußwort den Themenblock „Erinnerungen“. Ein wichtiger Begriff für einen Menschen, denn „schließlich geht es auch um die eigenen Wurzeln, um Heimat und um die eigene Scholle. Hier fühlt man sich wohl und heimisch. Und: Wer weiß, wo er herkommt und wo seine Heimat ist, der weiß auch, wo er hin möchte und kann Zukunft gestalten.“ Damit traf der Bürgermeister den Nagel wohl auf den Kopf, denn das ist auch das Ziel der Künstlerin: die Vergangenheit verstehen, um die eigene Zukunft zu gestalten.

„Ich mache keine Kunst, um etwas beim Betrachter zu erreichen. Ich wollte mich mit meinen Ahnen und meiner Vergangenheit beschäftigen. Und durfte erfahren: Was die Ahnen erlebt haben, wird in uns fortgesetzt“, sagte Margarete Schopen-Richter. Ihrer familienbiografischen Arbeit ging eine sehr persönliche Vor-Arbeit voraus, die aus Meditationen, Retreats und Stille-Sequenzen bestand. Diese unterschiedlichen Bausteine waren für die Künstlerin ein Auslöser, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit zu beschäftigen.

Kurator Robert Jordan betonte bei der Eröffnungsvernissage: Es sei keine Kunstausstellung im eigentlichen Sinne, sondern eine Werkschau mit Exponaten aus dem Alltag einer Nachkriegsfamilie. „Die autobiografische Arbeit der Künstlerin nutzte sie, um besser ihre eigene Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen. Um schließlich auch eine Perspektive für die Zukunft zu bekommen.“ Da schließt sich der Kreis.

Die Objekte werden in der Ausstellung nicht erklärt. Der Betrachter wird eingeladen, sich seine Gedanken selbst zu machen und Gefühle über die eigene Vergangenheit wirksam werden zu lassen. Eine Herausforderung vielleicht, aber eine, die fokussiert durchaus wertvoll sein kann. Ausprobieren lohnt sich hier auf jeden Fall..

(Report Anzeigenblatt)