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Ist der Bus auch für Langsame da ?

Ist der Bus auch für Langsame da ?
Jürgen Breiderhoff ist seit seinem Infarkt auf den Rollator und öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. FOTO: schrö
Mönchengladbach. Für Jürgen Breiderhoff haben Langsame, Alte, Behinderte genauso ein Recht auf guten Bus-Service wie alle anderen auch. „Aber das funktioniert nicht in Mönchengladbach.“ Die NEW widerspricht. Von Klaus Schröder

Seit zwei Jahren muss der Diplom-Verwaltungswirt Jürgen Breiderhoff den Rollator rollen, um sicher durch die Welt zu gelangen. „Stammhirninfarkt mit 59.“ Hundert Prozent schwerbehindert, die Feinmotorik ist dahin. „Nach dem Schlaganfall sehe ich den Öffentlichen Nahverkehr mit anderen Augen.“ Automatisch schließende Türen, zu schnell losrasende Busse, Fahrer, die keine Zeit haben, die Rampe zum Einsteigen auszuklappen. „Der Fahrplan ist zu eng.“ Ein Zwischenfall hat Breiderhoff endgültig rebellisch werden lassen. „Am Marienplatz stoppte der Busfahrer zu weit weg vom Bordstein, so dass ich mich mühte, den Rollator und mich über die Lücke zu hieven.“ Das misslang, er geriet zwischen Bus und Bordstein. Nur mit Hilfe von Mitfahrenden konnte er der Lage entkommen. Seine Beschwerde lief ins Leere und er gründete eine Initiative. Christina Achtnich, Pressesprecherin der NEW, verweist dagegen auf die Absenktechnik, über die alle 230 Busse (inklusive Viersen) verfügten. „Außerdem hat jedes Fahrzeug eine Rampe für Rollstuhlfahrer.“ Schließlich veranstalte die NEW seit 2009 einmal im Jahr in Kooperation mit der Polizei ein Rollator-Training. „Bei der Gelegenheit werden auch die Busfahrer sensibilisiert.“

(StadtSpiegel)