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Hundetraining: Immer der Nase nach

Hundetraining: Immer der Nase nach
Labrador-Hündin Bones übt neben Gehorsam mit Frauchen Karin Müller (l.) auch Mantrailing. Das Foto rechts zeigt die Vereinsvorsitzende Dorothee Obst mit Jerry: der junge Rhodesian Richback wird zum Fährtensuchhund ausgebildet.
Wegberg. Nasenarbeit nennt man das, wenn Hunde ihr feines Näschen einsetzen, um Gegenstände zu finden – oder auch Menschen. Doch zuvor kommt der ganz profane Gehorsam. Im Hundeverein DVG MV Wegberg wird beides trainiert. Von Ulrike Mooz

Zoe,3, ist in Sachen Gehorsam eine alte Häsin. Artig folgt die schwarze Gordon Setter-Hündin den Anweisungen von Frauchen und Rallye Obedience-Trainerin Claudia Vollmers. Auch Labrador-Hündin Bones, die die Begleithundprüfung schon in der „Tasche“ hat, klebt an der Seite von Hundeführerin Karin Müller, als es mit Schwung durch den kleinen Parcours auf dem Platz des Hundevereins DVG MV - Wegberg geht. Nur Rhodesian Richback Jerry, 2, ist ein bisschen aufgeregt, meistert seine Aufgabe aber schon ganz gut und legt sich ordentlich ab. Gehorsam und Unterordnung sind schließlich die Grundlagen für alle Hundesportarten. Der junge Rüde hält Frauchen Dorothee Obst noch ganz schön auf Trab. „Der pubertiert noch“, lacht die Vorsitzende des Vereins. Darf er auch, schließlich ist er erst zwei Jahre alt. „Unsere Hunde sind Familienmitglieder und keine Sportgeräte“, sagt Rainer Müller, zweiter Vorsitzender. Gearbeitet wird im Verein ausschließlich über Belohnung. „Stachelhalsbänder und elektronische Hilfsmittel sind bei uns ausgeschlossen“, so Müller.

Diese Regel gilt für alle Sparten des Vereins. Neben dem Gehorsam lernen viele Hunde hier vor allem Nasenarbeit, das heißt sie erschnüffeln Fährten oder suchen Menschen.

Beim Mantrailing, in dem die Hunde nach Menschen suchen, folgen sie der Fährte mit der Nase in der Luft, riechen Hautpartikel, Schweiß, Kleider, Parfüm und was der Mensch sonst noch so als Duftspur hinterlässt. „Hunde haben so ein feines Näschen - man möchte lieber gar nicht wissen, was die alles riechen können“, sagt Rainer Müller.

Der junge Jerry soll eines Tages Fährtensuchhund werden. „Diese Hunde folgen mit der Nase am Boden den „Bodenverletzungen“ die durch das Treten des Erdreichs aus zertretenen Pflanzen und Kleinstlebewesen entstehen. Wenn man die Vierbeiner also aufgeregt im Zickzack laufen sieht, dann folgen sie millimetergenau einer getretenen Spur.

Beides sei eine wunderbare Beschäftigungsmöglichkeit für den Familienhund, sind sich die Hundebesitzer einig. Manche von ihnen nehmen als Mensch-Hund-Team deshalb auch an Wettkämpfen teil, wie der Landesmeisterschaft der Fährtenhunde, die der Verein erst vor zwei Wochen selbst ausrichtete. Und ab und an können die speziellen Fähigkeiten auch im Alltag ganz nützlich sein. „Letztens hatte hier mal einer sein Handy auf dem Platz verloren“, sagt Dorothee Obst, das sei dann auch sehr schnell gefunden worden...

(Report Anzeigenblatt)