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Grünes Licht für Verkehrsfluss

Grünes Licht für Verkehrsfluss
Nur wo Grün zu sehen ist, liegt die Durchfahrwahrscheinlichkeit bei über 70 Prozent. FOTO: TSC Essen
Mönchengladbach. Ein blaues Ding verbessert die grüne Welle: Die Verwaltung hat den Abschlussbericht zur Untersuchung der Qualität der Grünen Wellen fertig. 150 Bürger hatten freiwillig mit einem Bluetooth Car Controller anonyme Daten von ihren Autofahrten geliefert. Von Ulrike Mooz

Kaum etwas lässt die Emotionen so hoch kochen, wie Ärger im Straßenverkehr. Lange Staus an zu kurzen Ampelphasen, ständig Rot obwohl von der Gegenfahrbahn gar keiner abbiegen will – die Liste ist lang. In einer europaweit einzigartigen Untersuchung hatte der Fachbereich Straßenbau und Verkehrstechnik der Stadt zusammen mit dem Essener Büro TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen und 150 Freiwilligen die Qualität der Grünen Wellen in Mönchengladbach untersucht. 14 Wochen lang sammelten die freiwilligen Autofahrer mit einem kleinen blauen Bluetooth Car Controller auf 9 300 Fahrten 2,25 Millionen anonyme Daten über den Verkehrsfluss. „Wir haben Wellen geschlagen“, so Dr. Gregor Bonin, als Dezernent auch zuständig für den Straßenverkehr. Denn das Projekt sei nominiert für den Deutschen Ingenieurspreis und unter die letzten Drei gekommen.

Nach der Auswertung der Daten konnte die städtische Abteilung für Verkehrstechnik jetzt sehen, wo Soll- und Ist-Zustand nicht zusammen passen: Ein Beispiel sei die Abbiegung Gladbacher Straße/ Dahlener Heide, so Ralf Klöpper, Abteilungsleiter Verkehrs- und Kommunikationstechnik bei der Stadt. Hier soll die Ampel so eingestellt sein, dass die Bewohner der Dahlener Heide morgens auf dem Weg zur Arbeit per Induktionsschleife Grün bekommen und am Spätnachmittag auf dem Rückweg von der Arbeit. „Wir haben aber festgestellt, dass dort auch zu ganz anderen Zeiten grünes Licht war, obwohl gar keiner da stand“, so Klöpper. Als städtische Mitarbeiter raus fuhren, um nach zu sehen, woran es liegt, fanden sie heraus, dass Autofahrer häufig die Kurve dort so schnitten, dass unnötigerweise die Induktionsschleife ausgelöst wurde. „Eine Kleinigkeit, aber mit großer Wirkung“, so Klöpper. Der Fehler konnte durch eine Einstellung an der Induktionsschleife verändert werden und der Verkehr auf der Gladbacher Straße wird nun nicht mehr unnötig blockiert.

19 Strecken, davon 14 Hauptverkehrsachsen mit geplanten grünen Wellen und fünf Strecken mit hohem Verkehrsaufkommen, sind untersucht worden. Manchmal waren auch Ampelanlagen seit den 90-er Jahren einfach nicht mehr dem aktuellen Verkehrsaufkommen angepasst worden, wie auf der Krefelder Straße.

Kleinere und größere Reparaturen, Optimierungen von Steuerungen, sowie die Aufnahme der Ergebnisse in größere Planungsprozesse sind jetzt im Abschlussbericht zusammen gefasst worden.

(Report Anzeigenblatt)