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Grüne Zukunft für die Stadt

Grüne Zukunft für die Stadt
Eine grüne Zukunft für eine lebenswerte Stadt will der BUND mit seinem Stadtökologischen Konzept erreichen. FOTO: BUND
Mönchengladbach. ... unter diesem Titel hat jetzt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein „Stadtökologisches Konzept“ veröffentlicht, in dem detailreich beschrieben wird, was Politik, Verwaltung, Unternehmen und Bürger tun können, um die Lebensqualität in Mönchengladbach nachhaltig zu verbessern. Von der Redaktion

Mit rund 70 Vorschlägen wollen die Autoren Heinz Rütten und Harald Görner eine umweltverträgliche, bürgerfreundliche Stadtentwicklung anstoßen, die sich zum Ziel setzt, eine lebenswerte Umwelt für die Bürger zu gestalten. In neun Umweltbereichen wird der jeweilige Ist-Zustand analysiert, und auf dieser Grundlage werden Empfehlungen gegeben, was möglich und sinnvoll ist.

Am umfangreichsten sind die Anregungen, wie mehr artenreiche Naturräume geschaffen werden können, so zum Beispiel in den Außenbereichen der Stadt Feldränder mit Blühstreifen, Kleingewässer, Gehölzstreifen und Hecken. Die innerstädtischen Grünflächen sollen naturnaher gepflegt, Straßenbegleitgrün, großflächiger städtischer Rasen und artenarme Grünflächen in Wohn- und Gewerbegebieten in blüten- und artenreiche Wiesen verwandelt werden. Mit der Idee, in der Hochhaussiedlung Römerbrunnen einen Gemeinschaftsgarten anstelle des eintönigen Rasens zu gründen, greifen die Autoren ein Begrünungsprojekt auf, das bereits in anderen Städten praktiziert wird. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass ein Gemeinschaftsgarten dem Bedürfnis der Bewohner nach mehr Grün und Natur gerecht wird und ihr soziales Miteinander fördert.

Für die Verbesserung des Stadtklimas wird unter anderem eine verbindliche Dachbegrünung beim Neubau und – auf freiwilliger Basis – bei Altbauten empfohlen, um insbesondere im Sommer den Aufheizeffekt der Bodenversiegelung abzumildern. Entsprechend werden die modisch gewordenen Steinschüttungen in den Vorgärten als ein bedauerlicher Negativbeitrag für das Kleinklima bewertet.

Eine herausragende Bedeutung hat für den BUND der Schutz der Freiräume im Stadtgebiet, nachdem in der Vergangenheit bereits riesige Flächen für neue Gewerbegebiete, Straßen und Wohnquartiere überbaut worden sind. Um den drohenden Verlust weiterer wertvoller landwirtschaftlicher Flächen zu vermeiden, sollte man – so die BUND-Autoren – verstärkt auf innerstädtische Areale zurückgreifen, die bereits versiegelt sind und für neue Gewerbeansiedlungen und Wohngebäude umgenutzt werden können.

Die Forderung nach einer umweltschonenden Mobilitätspolitik ist ein weiterer Schwerpunkt des Konzepts. Von der Förderung der Nahmobilität – öffentlicher Nahverkehr und Radverkehr – verspricht sich der BUND langfristig den Ausbau einer fahrradfreundlichen Stadt und damit verbunden eine Eindämmung der erheblichen Lärm- und Luftbelastung durch den Pkw-Verkehr, der bislang einseitig gefördert wurde.

Es werden zwei Maßnahmen herausgestellt, wie die Stadt einen Beitrag zum kommunalen Klimaschutz leisten kann. Zum einen bietet sich die energetische Sanierung öffentlicher Einrichtungen an, zum anderen kann der Stadtrat wie in anderen Städten eine Vorschrift erlassen, die für stadteigene Gebäude und für Neubauten auf städtischen Grundstücken den Niedrigst-Energiestandard festschreibt. Auch Unternehmen könnten die lokalen Klimaschutzbemühungen unterstützen, indem sie sich zum Beispiel freiwillig zur Reduktion einer festgelegten CO 2-Menge verpflichten würden.

Insgesamt zeichnet sich das Konzept durch realitätsnahe Vorschläge aus, die insbesondere die schwierige Finanzsituation der Stadt berücksichtigen. Deshalb wird bei zahlreichen Handlungsempfehlungen auf vielfältige Fördermöglichkeiten durch die Bundesregierung und das Land NRW verwiesen.

(Report Anzeigenblatt)