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Gaming mit Körperantrieb

Gaming mit Körperantrieb
Nur wer sich bewegt, kann gewinnen: In vier verschiedenen Räumen im Team Craft-Studio können spielend Sprungkraft, Gleichgewichtssinn, Kondition und Reaktionsgeschwindigkeit gefördert werden. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach (um). Zu viel Bildschirm und zu wenig Bewegung, das macht keinen „schlanken Fuß“ - vor allem für Kids ist das ein Problem. Der Medienpädagoge Kai Kyas hat ein Game-System erfunden, mit dem Computerspiele nur funktionieren, wenn die Mitspieler in Bewegung bleiben. Ganz nebenbei fördert das Team-Spiel auch noch die Kommunikation. Von Ulrike Mooz

Nur wer ordentlich hüpft, gewinnt. Auf einer großen Leinwand in Raum eins des kleinen Team Craft-Studios an der Sandradstraße rennen bunte Männchen gegen Hindernisse - wenn die Mitspieler nicht oft genug hoch springen. Das Jump and Run-Spiel orientiert sich an Space Run, funktioniert aber nur, wenn die Mitspieler selber in Bewegung bleiben, denn nur so können sie ihre Spielfiguren steuern. Die spezielle Hardware, die in verschiedenen Game-Räumen auf unterschiedliche Art Sprungkraft, Gleichgewichtssinn, Kondition und Reaktionsgeschwindigkeit fördert, hat der Mönchengladbacher Kai Kyas entwickelt. Eine „Weltneuheit“, sagt der Erfinder. „Kinder, die eigentlich keine Lust auf schweißtreibende Übungen haben, hatten hier trotzdem schon ein paar Stunden richtig viel Spaß.“

Die Lieblings-Computerspiele von Kindern und Erwachsenen so umzubauen, dass man diese vom Sofa runter bekommt und Übergewicht, Adipositas und Bewegungsmangel etwas entgegen setzt, das war sein Ziel. Da Team Craft nur in der Gruppe funktioniert, wird ganz nebenbei auch noch die Kommunikationsfähigkeit gefördert.

Vier Jahre hat der Medienpädagoge an seinem Konzept getüftelt. Durch reinen Zufall wurde er darauf gestoßen, dass auch Kinder mit Autismus von dem Spiel richtig profitieren können. „Die sind ja oft sehr medienorientiert, haben aber andererseits Probleme, mit anderen in Kontakt zu treten“, sagt Kyas. Ein halbjähriges Projekt mit dem Autismus-Therapie-Zentrum (ATZ), gesponsert vom Drogeriemarkt dm, brachte denn auch entsprechende Erfolge.

Irgendwann, so hofft Kai Kyas, der gerade einen Escape Room fürs Abteibergmuseum entwickelt hatte, möchte er von seiner Idee leben können. Im Moment geht es aber vornehmlich darum, die Miete für das kleine Studio in der Sandradstraße zusammen zu bekommen. Ein paar Kindergeburtstage und Firmenfeiern haben bereits für viel Spaß gesorgt.

Informationen und Anmeldung über kaikyas.de/team-craft/

(Report Anzeigenblatt)