| 15.12 Uhr

Erst grillt er und jetzt auch noch Zirkus

Erst grillt er und jetzt auch noch Zirkus
Weltstar Nena hatte sichtlich Spaß bei „Pape grillt“ und spielte sogar eine halbe Stunde länger als vereinbart. FOTO: Veranstalter
Nena im eigenen Garten? Das bekommt nicht jeder hin - Christian Pape schon. Mit „Pape grillt“ begeisterte er auch in diesem Jahr wieder rund 2 000 in seinem Garten in Haus Beeck. Mit „Pape macht Zirkus“ steht aber gleich die nächste Idee in den Startlöchern. Redaktionsleiter David Friederichs traf den sympathischen Komiker zu einem Gespräch mit Blick nach vorn - und zurück. Von David Friederichs

War die vierte Ausgabe von „Pape grillt“ die bisher Beeindruckendste?

Beeindruckend insofern, weil ich mit Nena einen Weltstar in meinen Garten holen konnte und eine solche Produktion einen ganz anderen logistischen Aufwand mit sich bringt. In den vergangenen Jahren waren es Top-Kollegen aus dem Kölner Karneval. Da ließ sich der Kontakt auf direktem Weg herstellen. Mit Nenas Manager hingegen habe ich erst einmal monatelang fast täglich telefoniert. Ich musste ihn für die Art der Veranstaltung sensibilisieren. Und es hat sich zwischen uns im Laufe der Zeit tatsächlich ein enger Kontakt entwickelt. Schnell bekam ich den Eindruck, dass der persönliche Charakter, der bei „Pape grillt“ im Vordergrund steht, extrem positiv wahrgenommen wird. Ende des letzten Jahres gab es dann aber einen Wechsel im Management bei Nena. Fast hätten wir wieder bei Null anfangen müssen. Zum Glück haben Nena und ihr Ehemann Philipp Palm meine Familie und mich außer der Reihe eingeladen. Und dann ging alles ganz schnell.

Wie hast Du Nena und ihr Team überhaupt überzeugen können?

Ich bin zielstrebig an das Ganze herangegangen, wie ich das auch in der Vergangenheit gemacht habe. Doch neben allem Professionalismus steht bei mir immer Menschlichkeit und private Ansprache im Vordergrund. So konnte ich Nena und ihr Team mit ganz viel Herzblut neugierig machen auf die ungewöhnliche Location Haus Beeck und auf das ganz besondere Publikum: „Ist das wirklich dein privater Garten? Begrüßt du echt jeden Gast per Handschlag?“ Ich habe einfach Lust auf „Pape grillt“ geweckt und es ist schön zu sehen, dass es so auch funktioniert.

Warum bist Du überhaupt weg von den Karnevalsbands hin zu Nena gegangen? Immerhin war der Erfolg ja auch schon vorher riesen groß.

Ich hatte mit Bläck Fööss, Kasalla, Höhner, Räuber und Brings fast alle Großen der Branche da. Und der ein oder andere kommt auch ganz bestimmt noch mal wieder. Mir ist auch bewusst, dass der Großteil der Zuschauer von der typischen „Pape grillt“-Atmos phäre angelockt wird. Aber, ich kann jederzeit mit der Kritik leben, dass ich nicht jedermanns Musikgeschmack treffe, nicht aber mit der Kritik, mir würde nichts Neues einfallen. Deshalb ist es auch Ziel für 2018, wieder einige Veränderungen zu präsentieren, beispielsweise eine neue Bühne.

Mit Nena hängt die Messlatte jetzt allerdings sehr hoch fürs das kommende Jahr…

Ich sehe das so: Ich hatte dieses Jahr die Chance, Nena in mein Zuhause zu holen und ich weiß, dass ich sie nächstes Jahr wahrscheinlich nicht mehr bekommen würde. Ich kann mit Ambiente wuchern, nicht mit Kapazitätsgröße. Ich habe ein paar Namen im Kopf und jetzt laufen die Gespräche an. Mir war wichtig, dass es Nena bei mir gefällt, sowohl auf der Bühne als auch hinter der Kulisse. Und natürlich dem Publikum. Nena war nach ihrem Auftritt beseelt und ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den Tag zurückdenke. Und wer weiß, vielleicht öffnet Nena neue Türen. Wichtig ist halt immer, dass sich Stadien- oder Hallenproduktionen auf meinen Garten runterbrechen lassen. Denn genau das macht den Charme aus: Stars zum Anfassen in privater Kulisse. Dann entsteht ein ganz besonderes Lebensgefühl.

Und das, obwohl es mittags sogar danach aussah, als wenn der ganze Auftritt aufgrund des Regens abgesagt werden müsste. Wie groß war die Angst?

Um 11.30 Uhr hieß es, wir müssen abbrechen. Die Kanaldeckel kamen hoch, in der Umkleide sprangen alle Sicherungen heraus, die Crew bekam das Material nicht mal trocken auf die Bühne. Wenn es dann innerhalb einer Stunde nicht abgetrocknet wäre, hätten wir „Pape grillt“ tatsächlich absagen müssen. Ich sah mich zu diesem Zeitpunkt schon am Eingang stehen, um den Leuten zu erklären, dass das Grillfest nicht stattfinden wird. Aber dann haben alle, auch die Crew von Nena, mit angepackt, und beim Einlass schien wirklich die Sonne. Verrückt.

Beim Auftritt von Nena kam es dann aber noch mal richtig herunter…

Ja, zum Glück aber erst gegen Ende. Aber das war im Nachhinein irgendwie auch ein Segen. Nena hat spontan gesungen „Pack die Badehose ein“, kam immer wieder hinter die Kulisse und rief klatschnass: „Weiter, weiter, ist das geil hier“. Sie hat sich dann einen Aufnehmer geschnappt, ihn nach oben gereckt und gerufen: „Jetzt rocken wir Christians Garten. Danke Christian, dass wir das hier alles bei Dir erleben dürfen!“. Insgesamt hat Nena 30 Minuten länger gespielt als vereinbart – kostenfrei.

Von Star-Allüren war also keine Spur?

Überhaupt nicht, obwohl ihr ja mitunter in der Presse ein anderer Ruf vorauseilt. Aber es hat sich gezeigt, dass sich die liebevolle Detailarbeit des gesamten Teams bezahlt gemacht hat. Ich wusste, sobald Nena die wunderschön dekorierten Garderoben sieht oder die Bühne betritt und in den illuminierten Innenhof schaut, versteht sie mein Ansinnen. Nicht umsonst hatten wir 18 000 Ticketnachfragen. Denn auch bei jedem Zuschauer kommt der private Gedanke einfach rüber.

Gibt es einen Moment, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Es gibt ganz viele. Was immer wieder toll ist, jeden Zuschauer per Handschlag zu begrüßen. Die Leute kommen auf dich zu und strahlen einfach. Es ist so friedlich. Wenn ich nach dem Konzert noch im Hof stehe, tippen viele mir auf die Schulter und verabschieden sich bei mir: „Wir sind jetzt wieder weg. Danke für alles“. Wie bei einem privaten Grillfest. Dann der Moment, als der Produktionsleiter Nena vor ihrem Auftritt ein wenig abschirmen wollte. Aber Nena sah mich von der Bühne kommen, lief auf mich zu, umarmte mich und bedankte sich für die ganze Mühe, die wir uns gemacht hätten. Das ist schon toll.

Für das kommende Jahr hast Du mit „Pape macht Zirkus“ gleich schon das nächste Projekt angekündigt. Was versteckt sich hinter dem Titel?

Meine Eltern haben früher oft gesagt: „Der Jung macht immer Zirkus“. Aus diesem erhobenen Zeigefinger will ich jetzt eine Show-Philosophie entwickeln. Wir werden ein Vier-Mast-Zirkuszelt im Innenhof von Haus Beeck aufstellen, in dem Teppichboden verlegt ist. Es gibt Polsterstühle und nostalgische Glühbirnengirlanden werden den Weg säumen, so dass eine schicke aber gemütlich Atmosphäre entsteht. Ich werde durch die Show führen, immer wieder eigene Showblöcke spielen und dann meine Gäste präsentieren.

Akrobatik oder Komik – was steht bei den Künstlern bei „Pape macht Zirkus“ im Vordergrund?

Es werden Gäste dabei sein aus den Bereichen Zirkus, Varieté, Comedy und Karneval – aber alle passen thematisch unter die Zirkuskuppel. An erster Stelle steht bei allen Künstlern das Lachen – selbst bei Nummern aus dem klassischen Zirkushandwerk wie Akrobatik. Es wird der ein oder andere prominente Name auftreten. Die Künstler werden von mir handverlesen ausgesucht. Die Show wird rund zweieinhalb Stunden dauern. Geplant sind vier Shows in drei Tagen im kommenden April, aber diesbezüglich müssen noch die letzten Gespräche mit der Stadt geführt werden.

Steht schon fest, wann und wie der Vorverkauf startet?

Für alle, die den Start des Vorverkaufs nicht verpassen wollen: Wir haben eine Internetseite eingerichtet. Unter www.pape-macht-zirkus.de kann man sich bereits jetzt für den Newsletter registrieren und bekommt so alle wichtigen Infos und Termine.

(Report Anzeigenblatt)