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Erkelenzer Wasserwirbel

Erkelenzer Wasserwirbel
Die Wasseruhr wurde Anfang Januar ausgewechselt. FOTO: Simon
Erkelenz. Holger Simon wollte nur seiner alten Nachbarin helfen, die auf einmal große Wassermengen verbraucht haben soll und legte sich mit den Kreiswasserwerken Heinsberg an. Deren Chef möchte das nicht auf sich sitzen lassen: "Wir haben einen super Service und fähige Mitarbeiter." Von Klaus Schröder

Holger Simon hilft gern und war sich schnell darüber klar, dass die Situation seine 82-jährige Nachbarin völlig überfordert. "Sie hat in ihrem Ein-Personen-Haushalt 2015 60 Kubikmeter Wasser verbraucht. Aber danach spielte die Wasseruhr im Keller meiner Nachbarin verrückt. 2016 waren es plötzlich 156 und 2017 sogar ganze 354 Kubikmeter."

Es liege bestimmt ein Rohrbruch vor, bekam sie als Antwort der Kreiswasserwerke Heinsberg. "Das war aber nicht so und dann riet man der Kundin, sie müsse einen Verwaltungsakt nach der MessEGebV in Gang setzen, also eine Prüfung, ob ihr Wasserzähler defekt sei." Am 12. Januar kam das Ergebnis: Kein Defekt, Prüfungskosten 135,25 Euro. "Jetzt wird der Verbrauch aber wieder normal anzeigt." Einen Fehler sieht das Unternehmen bei sich nicht. Der Geschäftsführer der Wasserwerke, Diplom-Ingenieur Michael Leonards, kennt den Vorgang und verweist darauf, dass die Werke zuständig seien für die Lieferung bis zum Kunden. "Danach kann alles Mögliche passieren", etwa die Toilettenspülung monatelang durchlaufen. "Das entzieht sich unserer Kenntnis." Auf den Brief, den Holger Simon ihm im Auftrag der Kundin geschrieben hat, reagiert er allergisch. "Der Ton macht die Musik. Wenn uns gedroht wird, reagiere ich auch komisch." Im Brief wird Dreistigkeit angeprangert und die Ansicht geäußert, Menschen würden von der bürokratischen Ordnung der öffentlichen Verwaltung "geradezu zermalmt." Leonards sagt dazu: "Wenn wir Fehler machen, bin ich der Erste, der sich dazu bekennt. Wir haben einen guten Ruf, fähige Meister, die die Anlagen untersuchen und unsere Arbeit wird seit vielen Jahrzehnten gelobt." Holger Simon hat sich unterdessen noch mit einem Prüfingenieur unterhalten, der die Möglichkeit nicht ausschließen will, dass sich vielleicht ein Schmutzteilchen im Wasserzähler festgesetzt hatte, den Durchlaufdruck erhöhte und der Zähler dann schneller lief als normal.

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(StadtSpiegel)