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Ein Ort der Möglichkeiten

Ein Ort der Möglichkeiten
Jost Fünfstück, Laura Steeger und Robert Bückmann sind die Vertretungsberechtigten des Bürgerbegehrens „Kein Verkauf von Haus Erholung! –#Notforsale!“
Mönchengladbach. Der Unternehmer Robert Bückmann, die Studentin Laura Steeger und der Karnevalist Jost Fünfstück sind die drei, die dem Bürgerbegehren „Kein Verkauf von Haus Erholung“ ihr Gesicht geben. Mit einer Unterschriftensammlung wollen sie verhindern, dass das historische Haus an einen privaten Investor verkauft wird. Von Ulrike Mooz

Laura Steeger, Robert Bückmann und Jost Fünfstück, sowie 60 weitere Bürger aus Mönchengladbach möchten, dass Haus Erholung in städtischer Hand bleibt. Dafür haben sie das Bürgerbegehren „Haus Erholung“ gegründet. 8 388 Unterschriften muss die Initiative bis zum 12. Februar zusammen bekommen. Wenn das klappt, kann der Rat sich entweder umentscheiden und von dem Verkauf absehen, oder es gibt einen Bürgerentscheid, an dem alle Kommunalwahlberechtigten teilnehmen dürfen.

„Das ist ein Gebäude, das Geschichten erzählen kann, ein Haus der Möglichkeiten und Bürgerhaus, das nicht in die Hände von privaten Investoren gehört“, sagt Studentin Laura Steeger. Auch für Mitstreiter Robert Bückmann, Mönchengladbacher Unternehmer, Beiratsmitglied des Museumsvereins und Mitglied im Initiativkreis MG, gehört das Haus Erholung unbedingt in städtischen Besitz. Er sieht das Haus als Teil des Kulturhügels Abteiberg und weist auf den Rahmenplan hin, in dem das Gebäude noch unlängst als „herausragendes Gebäude und elementarer Baustein zur Aufwertung des gesamten Parkbereiches“ des Hans-Jonas-Parks bezeichnet wird. Es gäbe nur wenige Häuser, wo Vereine zu guten Preisen Räume mieten könnten, sagt auch Jost Fünfstück. Rund 450 Veranstaltungen seien schon jetzt in diesem Jahr gelaufen. Die Proklamation des Kinderprinzenpaares gehöre dazu. Er befürchtet, dass ein Investor, wenn es denn doch nicht so laufe, wie erhofft, das Haus auch weiterverkaufen könne und sich einst geschlossene Vertragsvereinbarungen mit der Stadt dabei verwischen könnten. „Häuser wie das Haus Erholung, aber auch die Kaiser-Friedrich-Halle gehören ohne Frage in städtische Hand“.

Was es mit den unterschiedlichen Zahlen auf sich hat, die über Sanierung und Unterhalt des Hauses kursieren, das kann sich auch Rechtsanwalt und ehemaliger Stadtkämmerer Bernd Kuckels, der die Bürgerinitiative rechtlich berät, nicht erklären. Mal seien die Personalkosten für die nächsten zehn Jahre mit 1,5 Millionen Euro beziffert, mal mit 45 000 Euro im Jahr, mal mit 80 000. In der Kostenschätzung, die die Stadt der Bürgerinitiative zur Verfügung gestellt hat, ist von Sanierungskosten von 4 603 000 Euro die Rede. In der Ausschreibung dagegen wird der allgemeine Zustand als „insgesamt guter Instandhaltungs- und Unterhaltungszustand“ bezeichnet...

Was auf dem Hügel passieren soll, wenn Haus Erholung bleibt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der eine kann sich ein Hotel auf dem Nachbargrundstück vorstellen und die Möglichkeit, für Kongresse das Haus Erholung dazu zu vermieten. Andere eher nicht. Einig sind sich aber alle, dass die Stadt Besitzerin bleiben soll. Und den Vorwurf parteipolitischer Beweggründe für ihr Engagement weisen alle weit von sich.

(Report Anzeigenblatt)